b) Paranuss-Effekt
c) Veilchen-Effekt
d) Butterblumen-Effekt
Der Veilchen-Effekt existiert nicht, auch wenn es vielleicht nahe läge, die Verfärbung des Auges nach ungebremstem Kontakt mit einer Faust danach zu benennen.
Bei einem Veilchen entsteht die anfängliche Rotfärbung durch das Platzen der Kapillargefäße, so dass der Blutfarbstoff Hämoglobin ins Gewebe austritt, die Blutgerinnung führt später zu bläulicher Verfärbung. Im Lauf der Zeit wird das Hämoglobin schrittweise zu verschiedenen Gallenfarbstoffen abgebaut, die sich dann in braun-schwarzer oder dunkelgrüner Schattierung zeigen.
Ein Effekt, der das Interesse der Ingenieure weckt, ist das Verhalten, das ein Blatt des Schwimmfarns (Salvinia molesta) zeigt: Hält man es kurz unter Wasser, perlt die Flüssigkeit sofort und vollständig ab - so als wäre es nie feucht gewesen. Unter Wasser ist die Pflanze von einer stabilen, dünnen Luftschicht umhüllt, die sogar einen wochenlangen Tauchgang unversehrt übersteht. Winzige schneebesenartige Härchen sind dafür verantwortlich, denn sie sind gleichzeitig wasserabstoßend und an ihren Spitzen wasseranziehend. Nur diese Spitzen nehmen Kontakt mit dem Wasser auf und lassen es in regelmäßigen Abständen an die Pflanze heran. So wird die Luftschicht quasi angenäht und dadurch besonders stabil. Wissenschaftler aus Bonn, Karlsruhe und Rostock haben 2010 diese Erklärung für das superhydrophobe Verhalten des Schwimmfarns gefunden. Schiffsbauingenieure interessieren sich brennend für diesen Effekt, weil der Einsatz eines so stabilen Luftpolsters an Schiffsrümpfen die Reibung und damit den Treibstoffverbrauch des Schiffes erheblich senken würde.
Altbekannt ist wiederum der Paranuss-Effekt: Öffnet man zum Frühstück eine frische Müslipackung, kann man häufig feststellen, dass die dicksten Brocken ganz oben liegen. Das ist kein Werbegag des Herstellers, um eine besonders reichhaltige Mischung vorzutäuschen, sondern kommt automatisch durch das unvermeidliche Rütteln während des Transports der Packung zustande. Dabei entstehen Hohlräume, in denen sich kleine Bestandteile sammeln können, so dass die größeren effektiv nach oben wandern. Der Paranuss-Effekt beschreibt also einen Entmischungsvorgang in granularen Materialien - sein Name stammt aus den USA, wo die Paranuss handelsübliche Müslimischungen dominiert. Vollkommen verstanden ist er allerdings noch nicht, denn er kann auch genau umgekehrt auftreten: Die Nüsse wandern dann nach unten. Größe und Masse der Bestandteile sind dabei genauso wichtig für das Schüttelergebnis wie Frequenz und Stärke des Schüttelns.Doch woher kommt die starke, intensiv gelbe Reflexion des Hahnenfußgewächses? Schon 1885 veröffentlichte der Botaniker Martin Möbius im "Botanischen Centralblatt" darüber einen Aufsatz. Nun haben sich Forscher um Silvia Vignolini von der University of Cambridge und den Royal Botanic Gardens Kew der Klärung dieser Frage gewidmet. Mit Licht- und Elektronenmikroskop sowie Spektroskopieverfahren rückten sie den gelb glänzenden Blütenblättern auf die Epidermis.
Sie untersuchten das Reflexionsvermögen eines Blütenblatts in Abhängigkeit vom Einfallswinkel und fanden maximale Werte für einen Winkel von 45 Grad zwischen einfallendem und reflektiertem Licht. Diese Messung bestätigt, was man direkt wahrnehmen kann: das gelbe Aufleuchten unterhalb des Kinns, welches natürlich völlig unabhängig von den Essvorlieben der Testperson ist.
Verantwortlich dafür ist der Aufbau der Blütenblätter: Jedes einzelne setzt sich aus drei Schichten zusammen. Ganz unten eine Stärkeschicht, darüber ein schmaler Luftspalt und dann die pigmentierte Epidermis, deren Oberhaut transparent ist.
Wäre die Stärkeschicht alleine für die Reflexion zuständig, sähe die Butterblumenblüte wie weißes Papier aus und streute das Licht diffus in alle Richtungen. Der Glanz der Blüte wird jedoch - analog zu beschichtetem Papier - durch die dünne transparente Oberhaut erzeugt. Die gelbe Farbe entsteht, weil die Pigmente in der Epidermis Karotinoide sind, die vorwiegend blaues Licht absorbieren, und damit nur gelbes reflektieren. Die dünne Luftschicht sorgt für eine zusätzliche Reflexion, so dass der Zellverband insgesamt wie ein flacher Spiegel wirkt.
Die Forscher denken, dass dieses außergewöhnliche optische Verhalten potenzielle Bestäuber auf die Blüte aufmerksam machen soll. Ultraviolettes Licht, das Bienen zur Navigation verwenden, wird genauso zurückgeworfen - eine Art Leuchtreklame für den angebotenen Pollen und Nektar.