»Large Hadron Collider« heißt der Technik-Koloss, mit dem Physiker des Forschungszentrums CERN bei Genf einen Materiezustand herstellen möchten, der das Universum
vor 13,7 Milliarden Jahren beherrschte. In der Ruhe vor dem Teilchensturm unternahm unser Autor einen Streifzug durch die Höhlen des Ringbeschleunigers.
Jürgen Brück
Es regnet wie aus Kübeln, und die Alpen rund um den Genfer See sind wolkenverhangen. Bei diesem Wetter jagt man eigentlich keinen Hund vor die Tür. Aber ich bin ja
auch nicht hierher gekommen, um mich von der Schönheit der Umgebung bezirzen zu lassen, ich werde mich schon gleich 50
Meter unter die Erdoberfläche begeben, um eines der spannendsten physikalischen Experimente der letzten Jahrzehnte, vielleicht sogar das spannendste Experiment
überhaupt, in Augenschein zu nehmen.
Mein Ziel ist der Large Hadron Collider (LHC), der größte Teilchenbeschleuniger, der jemals gebaut wurde.
An der Rezeption des Forschungszentrums herrscht Hochbetrieb, ständig kommen neue Besucher an, die einen Blick auf den Teilchenbeschleuniger werfen wollen.
Die Großforschungseinrichtung, weltweit bekannt unter der Abkürzung CERN (abgeleitet vom ursprünglichen französischen
Namen Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire), ist längst nicht mehr nur für Wissenschaftler ein begehrtes Ziel, auch Schulklassen und andere Interessierte wollen
hier Forschungsluft schnuppern. Am obligatorischen Souvenirshop kann man sich CERN-Regenschirme – die heute angemessen wären –, Kaffeebecher und Spiele für die Lieben daheim besorgen oder einfach nur die Wartezeit vertreiben.
Ich muss indes nicht lange warten, dann begrüßt mich Sophie Tesauri von der Presseabteilung, um mich zu ALICE (A
Large Ion Collider Experiment) zu bringen,
einem von vier Experimenten, die im LHC-Wunderland
durchgeführt werden sollen.
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