Als sich am 8. Juni 2004 die schwarze Venus vor die helle Sonnenscheibe schob, waren Beobachter im deutschsprachigen Raum begünstigt: Der Venusdurchgang war in voller Länge während des Vormittags zu beobachten, und auch das Wetter spielte bereitwillig mit. Jetzt, im Juni 2012, sind zumindest die geometrischen Bedingungen für den hiesigen Raum nicht so günstig: Der Transit ist bereits in vollem Gang, wenn die Sonne über Deutschland aufgeht, so dass sich nur seine Schlussphase verfolgen lässt. Wenn das Venusscheibchen die Scheibe der Sonne vollständig verlässt (4. Kontakt), steht die Sonne hier zu Lande nur wenige Grad über dem Horizont. Das bietet einerseits Gelegenheit für stimmungsvolle Aufnahmen, andererseits kann eine ungünstige Bewölkungssituation die Sicht auf das Ereignis komplett verdecken.

Wer den Venusdurchgang am 5./6. Juni 2012 in voller Länge erleben möchte, muss sich an einen Ort begeben, an dem die Sonne während der gesamten Dauer von 6 Stunden und 40 Minuten über dem Horizont steht. Der Transit beginnt mit dem 1. Kontakt, wenn sich die Scheiben von Venus und Sonne gerade berühren, am 5. Juni um 22:09:38 Uhr UTC (= 6. Juni 00:09:38 Uhr MESZ) und endet mit dem 4. Kontakt am 6. Juni um 04:49:35 Uhr UTC (= 06:49:35 Uhr MESZ). Diese Zeiten gelten für den Erdmittelpunkt; auf Grund von Parallaxeneffekten können die Kontaktzeiten für verschiedene Orte auf der Welt bis zu sieben Minuten von den genannten Werten abweichen.