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Wo entstand das Gold, das wir heute auf der Erde finden?

Kathrin Linguri
a) In Schwarzen Löchern
b) In Fusionsprozessen in Sternen
c) In Supernovae
d) In Planetarischen Nebeln
e) Auf der Erde

Antwort:

Gold entsteht, wenn massereiche Sterne am Ende ihres Lebens als Supernova explodieren.

Erklärung:

Über Jahrhunderte versuchten Alchemisten, das wertvolle Edelmetall herzustellen - ohne Erfolg. Massereiche Sterne dagegen wissen, wie es geht, und das sogar binnen kürzester Zeit. Ihr Geheimnis liegt in ihrem gewaltsamen Ableben als Supernova. Während sie zu einem Neutronenstern oder Schwarzen Loch kollabiert, herrschen in ihren äußeren Schichten, die explosionsartig abgestoßen werden, extreme Bedingungen. Atome nehmen hier in kurzer Zeit viele Neutronen auf, werden instabil und zerfallen wiederum. Die Elemente wandern dabei sozusagen durch das Periodensystem, weil sich ihre Protonen- und damit auch ihre Ordnungszahl verändert: Aus Nickel wird Kupfer, aus Palladium Silber und - nicht zu vergessen - aus Platin Gold.

Beim Tod eines Sterns, der mehr als drei Sonnenmassen in sich vereint, entsteht ein Schwarzes Loch. Was genau sich in dessen Inneren befindet, wissen die Astrophysiker noch nicht, denn die Bedingungen dort sind so extrem, dass sie von physikalischen Gesetzen nicht erklärt werden können. Die Erde würde beispielsweise zu einem solchen Objekt, wenn man sie in einen Fingerhut presst. Die Anziehungskraft ist dabei so unvorstellbar groß, dass sie sogar Photonen nicht entweichen lässt, weshalb ein Schwarzes Loch selbst nicht sichtbar ist.

In Sternen entstehen durch Fusionsprozesse leichte Elemente bis hin zu Eisen. Das wesentlich schwerere Gold entsteht dabei allerdings nicht. Der "goldene Sonnenschein", von dem Poeten schreiben, ist aus physikalischer Sicht also ein Irrtum.

In Planetarischen Nebeln entstehen hingegen gar keine neuen Elemente und damit auch kein Gold. Denn es handelt sich um die Überreste eines sonnenähnlichen Sterns, der im Laufe seines Lebens leichte Elemente hergestellt hat, die nun einen Nebel um seinen übrig gebliebenen Kern, einen Weißen Zwerg, bilden und in vielen verschiedenen Farben und Formen leuchten.

Auf der Erde wird zwar schon seit Jahrhunderten versucht, das Edelmetall im Labor herzustellen, doch auf natürliche Art und Weise geht es nicht, da weder bei der Entstehung der Erde noch heutzutage die notwendigen Bedingungen dafür vorhanden sind. Allerdings ist es mittlerweile tatsächlich möglich, das wertvolle Metall künstlich zu erzeugen: Quecksilber oder Platin lassen sich in Teilchenbeschleunigern oder Kernreaktoren in Gold verwandeln. Doch wirtschaftlich rechnet sich diese Methode absolut nicht. Sollte daher eines Tages jemand auf Sie zukommen und nach etwas überirdisch Schönem fragen, zeigen Sie ihm doch einfach mal eine Goldkette - Mutter Erde ist sie wohl kaum entsprungen!

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