Wunder des Weltalls

Mein erstes Planetenfoto...

Fotograf: Markus Noller

Hallo,

das Wetter ist bei un anhaltend schlecht. Jedoch hat es am Abend des 3.1.2011 gegen 19:30 Uhr MEZ für die Aufnahme meines allerersten Planetenfotos gereicht.
Zu Beginn habe ich mit meinen zwei Kids Jupiter beobachtet und dabei haben wir einen schönen Mondschattendurchgang von Ganymed gesehen. Dann kam mir die Idee, doch mal schnell die Kamera hinten dran zu hängen.

Da ich noch nie Planeten fotografiert habe, musste ich mich erst mal etwas reinwurschteln. Als Teleskop diente mein kleiner MAK von Intes Micro Alter M603 mit 6 Zoll Öffnung und 1500 mm Brennweite auf der nicht eingenordeten EQ6 vom Balkon aus. Mit dem FFC von Baader wurde die Brennweite auf 3333 mm verlängert, was einem Öffnungsverhältnis von f/22,2 entspricht. Als Kamera diente meine Flea2 von Point Grey mit 1,25-Zoll-Filterrad von Atik und einem Baader LRGB-NIR-Filtersatz. Die Aufnahmesoftware war FireCapture von Torsten Edelmann.

Da ich an meinem Laptop nur eine langsame 400er-Firewire-Schnittstelle habe, kann ich nur mit maximal 10 fps aufnehmen. Dadurch werden die Aufnahmesequenzen relativ lang, was bei Jupiter durch seine schnelle Rotation zu Problemen führt. Leider sind dadurch Schärfeverluste entstanden. Nun, das Seeing vom Balkon aus war auch nicht der Hit (visuell war bei 100-Fach Schluss), und Hochnebel hatten wir auch. Aber ich war froh, überhaupt mal wieder seit Monaten durch ein Teleskop gucken zu können.
Die Belichtungszeiten betrugen für LRGB zwischen 10 und 15 ms, für IR 50 ms. Leider waren nachher der L-Kanal und die IR-Aufnahmen nicht zu gebrauchen, so dass ich den relativ guten Rotkanal als Luminanz nahm und somit ein R-RGB entstanden ist. Bearbeitet wurde das Bild mit Registax und PS CS4. Gemittelt wurden die jeweils besten 250 Bilder von ca. 1000 Bilder/AVI.

Da sowohl Aufnahmetechnik als auch Bildbearbeitung im Gegensatz zur Deep-Sky-Fotografie doch völlig unterschiedlich sind, ist da sicher noch einiges an Verbesserungspotential vorhanden, und ich werde es nutzen, sofern mir der Wettergott wohl gesonnen ist.

Gruß Markus
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