Es gibt Tiere, die machen es der Wissenschaft nicht eben leicht: Sie stehen irgendwo an einer besonders interessanten Stelle im Stammbaum des Lebens, könnten jede Menge Informationen über die verschlungenen Wege der Evolution und ungeklärte Verwandtschaftsverhältnisse liefern - wenn man sie denn mal in die Finger bekäme. Genau das aber ist das Problem. Denn etliche der besonders gefragten Kandidaten verbergen sich hartnäckig vor neugierigen Wissenschaftleraugen. Sie haben sich seit Jahrhunderten nicht blicken lassen oder überhaupt noch nie. Trotzdem machen sich Biologen immer wieder auf die Suche nach solchen lebenden Zeugen der Entwicklungsgeschichte, um sie wenigstens einmal mit modernen Methoden untersuchen zu können - ein Unterfangen, das eine kräftige Portion Optimismus und meist noch mehr Geduld erfordert. Noch als Student hat sich Michael Schrödl von der Zoologischen Staatssammlung München vor etwa 20 Jahren zum ersten Mal auf die Jagd nach einer solchen geheimnisvollen Art gemacht. In einer Vorlesung hatte er von einem seltsamen Tier namens Salinella salve gehört, das in den Salzseen in der Nähe der argentinischen Stadt Córdoba leben sollte: 100 Jahre zuvor...