Bis 2050 sollen 15 Prozent des europäischen Strombedarfs durch
Sonnenenergie aus den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens
gedeckt werden: So lauten die Ziele des nicht unumstrittenen
400-Milliarden-Projekts Desertec – ein Kunstwort aus desert (Wüste)
und technology. Im Interview mit "Spektrum der Wissenschaft"
erläutert Hans
Müller-Steinhagen, Solarthermie-Experte und einer
der Väter des Konzepts, warum Desertec ohne Alternative ist.
Das Interview führte der Wissenschaftsjournalist
Bernd Müller.
Der Verfahrenstechniker Hans
Müller-Steinhagen lehrt Thermodynamik
und Wärmetechnik
an der Universität Stuttgart und
leitet das dortige Institut für
Technische Thermodynamik des
Deutschen Zentrums für Luft- und
Raumfahrt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten
gehört
die solarthermische Stromerzeugung.
Bepflastert alle Hausdächer in Deutschland, alle Südseiten aller Gebäude, alle Leitungsmasten aller Bahnlinien mit fotovoltaischen Sonnenkollektoren, installiert auf allen hunderttausenden Strommasten kleine Windräder und in den Heizungskellern aller Häuser anstelle der Öltanks Batterien, Wärmespeicher oder Drucklufttanks, um die gewonnene Energie zwischenzuspeichern, isoliert alle Gebäude ordentlich, nutzt Bioabfälle und Erdwärme für die Energiegewinnung, jagt die Mineralölsteuer und andere ökologische Lenkungssteuern hoch und baut mit den eingenommenen Geldern das öffentliche, perspektivisch zum Nulltarif nutzbare Verkehrssystem aus – dann ist das "Energieproblem" Deutschlands ökologisch, sozial und politisch verträglich gelöst, ohne größenwahnsinnige Projekte, ohne die Sahara und ihre gefürchteten Sandstürme, ohne gigantische Übertragungsverluste und politische Unsicherheiten.
Freilich könnten die Großkonzerne von einer solchen kleinräumigen Lösung weit weniger profitieren als vom megalomanischen Projekt "Desertec". Man kann sich den Rest also denken.
Wenn jemand wie Prof. Müller-Steinhagen über Jahre hinweg intensiv und begeistert an einem Projekt wie Desertec arbeitet, kann man nicht erwarten, dass er gleichzeitig seine Arbeit ständig hinterfragt und Alternativen erwägt. Auch mich hat schon vor Jahren die durch Wissenschaftler des DLR entwickelte Idee des Wüstenstroms fasziniert - bis ich erfuhr, dass auch Herr Claassen, damals noch Chef von EnBW, sich für diese Pläne begeistert, während er die dezentrale Nutzung regenerativer Energien in Deutschland, also eine breitere Streuung von Eigentum, entschieden ablehnt.
Nicht nur Herr Claassen, sondern ebenso das RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Anm. d. Red.) und vor allem die jetzt an Desertec interessierten Konzerne bemühen sich seit Jahren, das EEG, allgemein die dezentrale Energieversorgung zu hintertreiben. Sie streuten Horrorzahlen wegen der angeblichen finanziellen Belastung der Stromkunden, verweisen auf angeblich völlig unzureichende Potenziale erneuerbarer Energien in dem "sonnenarmen" Deutschland und erschwerten, wo möglich, die Einspeisung von Sonnen- und Windstrom; alles verständlich, denn jede energieautarke Kommune, jeder Selbstversorger ist ein verlorener Kunde.
Aus dem Interview (Spektrum 9/09, S. 82f) geht hervor, dass Müller-Steinhagen das Desertec-Projekt nicht als einen Gegenentwurf zur dezentralen Energieversorgung, sondern als eine Zusatzversorgung sieht, da es "in Deutschland einfach nicht zu jeder Zeit genügend regenerative Energiequellen" gibt, die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht. Die Daten des Statistischen Bundesamtes führen jedoch zu einer anderen Einschätzung des Beitrags erneuerbarer Energien zu unserer Stromversorgung (siehe dieser Leserbrief, ebenfalls von Kurt Kress, Anm. d. Red.).
Wegen der breiten Streuung von Eigentum benötigt man für eine dezentrale Versorgung keine finanzstarken Konzerne, im Gegensatz zu dem zentralistischen System, in dem die Unternehmen durch Bereitstellung von 400 Mrd. Euro für gigantische solarthermische Anlagen und ebenso gigantische Leitungssysteme dann beides nach ihren betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betreiben werden.
Mir ist auch nicht klar, wie und wann sich die für Desertec veranschlagten 400 Mrd. Euro amortisieren sollen, wenn, wie Müller-Steinhagen betont, der Strombedarf in Nordafrika sich bis 2050 verfünffacht und die neuen Kraftwerke ihren Strom zuerst in die lokalen Netze einspeisen sollen. Sollten die Konzerne wirklich ihre Finanzen einsetzen, um zuerst die arme, nicht zahlungskräftige Bevölkerung Afrikas mit Strom zu versorgen?
Die Diskussionen um Desertec gleiten leider schon in einem frühen Stadium in starre ideologische Fixierungen ab. Das ist schade.
Zunächst einmal: Jeder, der sich an der Diskussion qualifiziert beteiligen möchte, sollte die hervorragende Studie von Herrn Czisch zumindest überflogen und die dortigen Schlussfolgerungen verstanden haben. Dann würde manche Diskussion rationaler verlaufen. (Über Gregor Czischs Pläne schrieb Gerhard Samulat bereits in der März-Ausgabe 2008 von Spektrum der Wissenschaft. Der Artikel findet sich auf S. 66 in dieser kostenfreien pdf-Datei, Anm. d. Red.)
Ich will jetzt nicht auf technische Details eingehen, sondern nur kurz die meiner Meinung, nach wichtigsten Argumente für Desertec einmal zusammenstellen.
1. Saubere und günstige regenerative Energie im Grund-, Mittel- und Spitzenlastbereich wird großräumig zur Verfügung gestellt.
2. Durch das Supergrid in Gleichstromtechnik werden durch Ausgleichseffekte in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung beim Verbrauch wie bei der Erzeugung regenerative Energien viel günstiger als heute. Das gilt auch für nichtsolare regenerative Energien.
3. Die breite internationale Kooperation wird Konflikte entschärfen und jetzt noch als Krisengebiete bezeichnete Regionen stabilisieren.
4. Nordafrika wird jetzt schon, beginnend in Marokko bis an den Golf, ein Problem bei der Stromversorgung bekommen und bei der Wasserversorgung. Beides wird die wirtschaftliche Entwicklung hemmen, zu Auswanderung, gesellschaftlicher Destabilisierung und als Folge zu Extremismus führen. Wenn es nicht gelingt für die Hunderte von Millionen junger arbeitssuchender Menschen in diesem Raum wirtschafltiche Perspektiven zu entwickeln, dann werden wir von dort noch wesentlich größere Probleme nach Europa importiert bekommen, als wir uns jetzt vorstellen können.
Desertec hat Antworten auf diese Probleme. Es produziert umweltverträglichen Strom in der Region, kann zugleich durch Meerwasserentsalzung Trinkwasser und Nutzwasser herstellen und es schafft Arbeit in der Region.
Außerdem wird die erforderliche Zusammenarbeit lokale Konflikte langfristig entschärfen.
5. Last but not least ein sehr wichtiger Punkt, der meines Erachtens viel zu kurz kommt:
Wenn mit Desertec kein sauberer Strom in der Region Nordafrika und mittlerer Osten produziert wird, dann werden diese Länder Kernkraftwerke bauen. In Marokko z. B. sind derartige Planungen, durch Frankreich und die EdF vorangetrieben, im Gange. Steht aber in dieser Region von Marokko bis zum Golf aus Mangel an Alternativen erst einmal eine große Zahl an Kernkraftwerken, wird Europa nicht mehr ruhig schlafen können. Und die Diskussion um terroristische Anschläge auf Desertec-Anlagen erübrigt sich oder wird absurd.
Desertec ist eine große Chance für den Raum Europa-Nordafrika-Mittlerer Osten. Die Argumente, die dagegen aufgefahren werden, sind sehr oft national(istisch). Besser regenerative Energien in Deutschland erzeugen als im Ausland. In einer globalisierten Welt mit offenen Grenzen sollte diese Haltung aus dem 18. und 19. Jahrhundert ad acta gelegt werden. Es gibt keine Alternative zu Kooperation und Austausch.
Für eine regenerative Energieerzeugung ist es notwendig und sinnvoll, Sonnenenergie dort zu nutzen, wo fast drei mal so viel einfällt wie hier. Im Desertec-Projekt sollte die Politik jedoch die Interessen der lokalen Bevölkerung gegen die der Konzerne vertreten. Zudem sollte man die hiesige Fotovoltaik und Speicherung von Sonnenwärme für Warmwasser und Heizung nicht vernachlässigen, und den Energieverbrauch reduzieren.
Die Sonnennutzung auf Gebäuden und in Wüsten steht in keiner Flächenkonkurrenz zu Pflanzen. Dagegen geht der Anbau von Energiepflanzen immer zu Lasten der Nahrungserzeugung oder der Natur. Auch Biokraftstoffe der zweiten Generation kommen ohne riesige Plantagen nicht aus, denn Holz- und Erntereste reichen bei weitem nicht.
Ein Blick auf die Wirkungsgrade macht den enormen Flächenbedarf deutlich: Während Solarzellen 10 bis 20 Prozent der Sonnenergie in Strom umwandeln und solarthermische Kraftwerke sogar noch mehr, wird durch Photosynthese weniger als 1 Prozent der Sonnenenergie als Biomasse gespeichert. Diese wird verlustreich in flüssige Kraftstoffe umgewandelt und schließlich im Motor mit schlechtem Wirkungsgrad verbrannt. Stattdessen sollte das Verkehrswesen mit Solarstrom betrieben und weitgehend auf öffentliche Verkehrsmittel umgestellt werden.
In Südeuropa kann der gleiche Stromertrag zum halben Preis erzeugt werden. In der Türkei, in Griechenland, Süditalien, Südfrankreich und Spanien sind ausreichend Flächen mit 2200 kw/m²a an Direktnormalstrahlung nutzbar, um 100 Prozent der Stromversorgung Europas zu konkurrenzfähigen Preisen aus solarthermischen Kraftwerken anzubieten. Wesentlich dabei wäre auch, die Kraftwerke in Ost-/Westrichtung zu verteilen, um so teure Speicherkapazitäten zu sparen.
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1. Strom vom Dach statt aus der Sahara
21.08.2009, Egbert Scheunemann, HamburgFreilich könnten die Großkonzerne von einer solchen kleinräumigen Lösung weit weniger profitieren als vom megalomanischen Projekt "Desertec". Man kann sich den Rest also denken.
2. Dezentrale Versorgung schneller zu realisieren
27.08.2009, Kurt Kress, Frankfurt/MainNicht nur Herr Claassen, sondern ebenso das RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Anm. d. Red.) und vor allem die jetzt an Desertec interessierten Konzerne bemühen sich seit Jahren, das EEG, allgemein die dezentrale Energieversorgung zu hintertreiben. Sie streuten Horrorzahlen wegen der angeblichen finanziellen Belastung der Stromkunden, verweisen auf angeblich völlig unzureichende Potenziale erneuerbarer Energien in dem "sonnenarmen" Deutschland und erschwerten, wo möglich, die Einspeisung von Sonnen- und Windstrom; alles verständlich, denn jede energieautarke Kommune, jeder Selbstversorger ist ein verlorener Kunde.
Aus dem Interview (Spektrum 9/09, S. 82f) geht hervor, dass Müller-Steinhagen das Desertec-Projekt nicht als einen Gegenentwurf zur dezentralen Energieversorgung, sondern als eine Zusatzversorgung sieht, da es "in Deutschland einfach nicht zu jeder Zeit genügend regenerative Energiequellen" gibt, die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht. Die Daten des Statistischen Bundesamtes führen jedoch zu einer anderen Einschätzung des Beitrags erneuerbarer Energien zu unserer Stromversorgung (siehe dieser Leserbrief, ebenfalls von Kurt Kress, Anm. d. Red.).
Wegen der breiten Streuung von Eigentum benötigt man für eine dezentrale Versorgung keine finanzstarken Konzerne, im Gegensatz zu dem zentralistischen System, in dem die Unternehmen durch Bereitstellung von 400 Mrd. Euro für gigantische solarthermische Anlagen und ebenso gigantische Leitungssysteme dann beides nach ihren betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betreiben werden.
Mir ist auch nicht klar, wie und wann sich die für Desertec veranschlagten 400 Mrd. Euro amortisieren sollen, wenn, wie Müller-Steinhagen betont, der Strombedarf in Nordafrika sich bis 2050 verfünffacht und die neuen Kraftwerke ihren Strom zuerst in die lokalen Netze einspeisen sollen. Sollten die Konzerne wirklich ihre Finanzen einsetzen, um zuerst die arme, nicht zahlungskräftige Bevölkerung Afrikas mit Strom zu versorgen?
3. Desertec kann mehrere Probleme gleichzeitig lösen
31.08.2009, Wolfgang Lang, Nador/MarokkoZunächst einmal: Jeder, der sich an der Diskussion qualifiziert beteiligen möchte, sollte die hervorragende Studie von Herrn Czisch zumindest überflogen und die dortigen Schlussfolgerungen verstanden haben. Dann würde manche Diskussion rationaler verlaufen. (Über Gregor Czischs Pläne schrieb Gerhard Samulat bereits in der März-Ausgabe 2008 von Spektrum der Wissenschaft. Der Artikel findet sich auf S. 66 in dieser kostenfreien pdf-Datei, Anm. d. Red.)
Ich will jetzt nicht auf technische Details eingehen, sondern nur kurz die meiner Meinung, nach wichtigsten Argumente für Desertec einmal zusammenstellen.
1. Saubere und günstige regenerative Energie im Grund-, Mittel- und Spitzenlastbereich wird großräumig zur Verfügung gestellt.
2. Durch das Supergrid in Gleichstromtechnik werden durch Ausgleichseffekte in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung beim Verbrauch wie bei der Erzeugung regenerative Energien viel günstiger als heute. Das gilt auch für nichtsolare regenerative Energien.
3. Die breite internationale Kooperation wird Konflikte entschärfen und jetzt noch als Krisengebiete bezeichnete Regionen stabilisieren.
4. Nordafrika wird jetzt schon, beginnend in Marokko bis an den Golf, ein Problem bei der Stromversorgung bekommen und bei der Wasserversorgung. Beides wird die wirtschaftliche Entwicklung hemmen, zu Auswanderung, gesellschaftlicher Destabilisierung und als Folge zu Extremismus führen. Wenn es nicht gelingt für die Hunderte von Millionen junger arbeitssuchender Menschen in diesem Raum wirtschafltiche Perspektiven zu entwickeln, dann werden wir von dort noch wesentlich größere Probleme nach Europa importiert bekommen, als wir uns jetzt vorstellen können.
Desertec hat Antworten auf diese Probleme. Es produziert umweltverträglichen Strom in der Region, kann zugleich durch Meerwasserentsalzung Trinkwasser und Nutzwasser herstellen und es schafft Arbeit in der Region.
Außerdem wird die erforderliche Zusammenarbeit lokale Konflikte langfristig entschärfen.
5. Last but not least ein sehr wichtiger Punkt, der meines Erachtens viel zu kurz kommt:
Wenn mit Desertec kein sauberer Strom in der Region Nordafrika und mittlerer Osten produziert wird, dann werden diese Länder Kernkraftwerke bauen. In Marokko z. B. sind derartige Planungen, durch Frankreich und die EdF vorangetrieben, im Gange. Steht aber in dieser Region von Marokko bis zum Golf aus Mangel an Alternativen erst einmal eine große Zahl an Kernkraftwerken, wird Europa nicht mehr ruhig schlafen können. Und die Diskussion um terroristische Anschläge auf Desertec-Anlagen erübrigt sich oder wird absurd.
Desertec ist eine große Chance für den Raum Europa-Nordafrika-Mittlerer Osten. Die Argumente, die dagegen aufgefahren werden, sind sehr oft national(istisch). Besser regenerative Energien in Deutschland erzeugen als im Ausland. In einer globalisierten Welt mit offenen Grenzen sollte diese Haltung aus dem 18. und 19. Jahrhundert ad acta gelegt werden. Es gibt keine Alternative zu Kooperation und Austausch.
4. Direkte Sonnennutzung statt Biosprit!
06.09.2009, Rainer Rolffs, BonnDie Sonnennutzung auf Gebäuden und in Wüsten steht in keiner Flächenkonkurrenz zu Pflanzen. Dagegen geht der Anbau von Energiepflanzen immer zu Lasten der Nahrungserzeugung oder der Natur. Auch Biokraftstoffe der zweiten Generation kommen ohne riesige Plantagen nicht aus, denn Holz- und Erntereste reichen bei weitem nicht.
Ein Blick auf die Wirkungsgrade macht den enormen Flächenbedarf deutlich: Während Solarzellen 10 bis 20 Prozent der Sonnenergie in Strom umwandeln und solarthermische Kraftwerke sogar noch mehr, wird durch Photosynthese weniger als 1 Prozent der Sonnenenergie als Biomasse gespeichert. Diese wird verlustreich in flüssige Kraftstoffe umgewandelt und schließlich im Motor mit schlechtem Wirkungsgrad verbrannt. Stattdessen sollte das Verkehrswesen mit Solarstrom betrieben und weitgehend auf öffentliche Verkehrsmittel umgestellt werden.
5. Desertec: Ja, aber in Südeuropa!
17.09.2009, Andreas Nöhrig, Würzburg