Migräne
Migräne - leider keine Einbildung
Als Ursache dieser besonderen, rasenden Kopfschmerzen und der typischen Begleitsymptome vermuten Forscher jetzt Erregungsdefekte im Hirnstamm.
"Dass noch niemand an Migräne gestorben ist, erscheint jedem, der sich mitten in einem Anfall befindet, als ein schwacher Trost", schreibt die US-amerikanische Schriftstellerin Joan Didion in dem Essay "Im Bett". Er ist enthalten in ihrem 1979 erschienenen Band "Das weiße Album. Eine kalifornische Geisterbeschwörung".
Offenbar litten Menschen bereits vor Jahrtausenden an dieser besonderen Krankheit. Trotzdem fühlen sich Migränepatienten selbst noch heute viel zu häufig auch vom Arzt nicht ernst genommen und nur unzureichend behandelt. Ihr Leiden wird wie kaum ein anderes allzu oft bagatellisiert, ja nicht einmal richtig erkannt. Andererseits suchen viele Betroffene erst gar keine fachliche Behandlung, weil sie glauben, die Medizin könne ihnen doch nicht wirklich helfen.
Tatsächlich kommt es immer noch vor, dass Ärzte eine Migräne geringschätzig abtun, wie es Didion vor 30 Jahren beschrieb: "Denn ich hatte keinen Gehirntumor, keine Überanstrengung der Augen, keinen hohen Blutdruck, mir fehlte überhaupt nichts: Ich hatte bloß Migränekopfschmerzen, und Migränekopfschmerzen waren, wie jeder, der sie nie hatte, wusste, nur Einbildung."
Das ändert sich nun endlich. Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation zählt unter den chronischen Krankheiten, die das Leben stark beeinträchtigen, Migräne zu den ersten vier. Die Volkswirtschaft kostet das Leiden Unsummen – von den Arbeitsausfällen bis hin zur Frühinvalidität. Allein die Behandlung verschlingt in Deutschland jährlich 500 Millionen Euro, die Folgekosten schätzungsweise das Zehnfache. Nach einer anderen Berechnung kostet Migräne in der EU im Jahr mindestens 27 Milliarden Euro und gilt als die teuerste neurologische Störung. Dass das zermürbende Leiden allmählich die ihm gebührende Aufmerksamkeit erhält, verdanken wir vor allem neuen Erkenntnissen durch Hirnaufnahmen, aus Genetik


David W. Dodick ist Professor
für Neurologie an der Mayo-Klinik
in Arizona bei Phoenix. Er hat
Medizin studiert und erforscht
pathologische Prozesse des Zentralnervensystems,
die Migräne und
andere Kopfschmerzarten bedingen.
J. Jay Gargus ist ebenfalls Mediziner.
Er hat eine Professur für Physiologie,
Biophysik und Humangenetik
an der University of California in
Irvine inne. Er befasst sich mit
Krankheiten durch Ionenkanaldefekte
wie Migräne.
abrufen




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1. Simulation einer Sehstörung bei Migräne
29.09.2009, Dr. Markus Dahlem