Es gibt zwei konträre stabile Zustände des Monsuns: einen niederschlagsreichen und einen trockenen. Zwischen ihnen findet oft ein abrupter Wechsel statt. Dessen Ursache wollten die Potsdamer Forscher ergründen. Sie entwickelten dazu ein numerisches Modell für die Luftzirkulation, welche die treibende Kraft hinter dem Monsun ist. Wie die Berechnungen ergaben, hängen die abrupten Übergänge mit einem Schwellenwert der Sonneneinstrahlung zusammen. Nur wenn er überschritten wird, bildet sich im Frühjahr eine so große Temperaturdifferenz zwischen Land und Meer, dass die Zirkulation in der Atmosphäre in Gang kommt. Über Land steigt dann die erhitzte Luft nach oben und zieht feuchte, kühle Meeresluft nach. Wenn daraus Regentropfen kondensieren, wird Wärme freigesetzt, was zu einem weiteren Aufstieg führt. Mehr feuchte kühle Luft strömt folglich nach. So werden die Temperaturdifferenz und die Zirkulation aufrechterhalten.
Starke Luftverschmutzung kann die Sonneneinstrahlung verringern, so dass der Schwellenwert erst gar nicht erreicht oder während der Monsunsaison unterschritten wird. Im ersten Fall bleibt der Niederschlag ganz aus, im zweiten endet die Regenphase durch jähen Abbruch der Zirkulation unerwartet früh.
Julia Eder





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