Stellare Dynamik
Auf der Suche nach den Geschwistern der Sonne
Heute ist die Sonne eine Einzelgängerin. Entstanden ist sie jedoch gemeinsam mit Tausenden anderer Sterne. Nach ihren stellaren Geschwistern fahnden Forscher nun in direkter kosmischer Nachbarschaft.
Immer mehr Indizien sprechen dafür, dass auch die Sonne erst allmählich in ihre abgeschiedene Lage geriet. Während die Astronomen unser Zentralgestirn lange Zeit für ein "Einzelkind" hielten, gehen mittlerweile viele von ihnen davon aus, dass es vielleicht 1000 oder mehr Geschwister besitzt, die alle etwa zur selben Zeit geboren wurden. Anders gesagt: Als das Sonnensystem im Entstehen begriffen war, erschien der umgebende Weltraum möglicherweise bei Weitem nicht so leer. Hätten wir schon damals die Gelegenheit gehabt, ihn zu betrachten, wären unsere Augen vom Licht geblendet worden. Unser Blick wäre auf einen mit hellen Sternen übersäten Nachthimmel gefallen, von denen einige heller leuchteten als der heutige Vollmond. Manche von ihnen hätten wir sogar am Taghimmel entdecken können.
Doch der Sternhaufen, zu dem unsere Sonne vermutlich gehörte, existiert schon lange nicht mehr. Wie er ausgesehen haben könnte, darüber lassen sich allerdings eine ganze Reihe von Überlegungen anstellen


Simon F. Portegies Zwart ist Professor für Computer-Astrophysik an der Sternwarte der niederländischen Universität Leiden. Seine Spezialgebiete sind Anwendungen für Hochleistungsrechner und gravitative stellare Dynamik insbesondere in Systemen hoher Sterndichte.
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