Evolution
Die wahre Herkunft der Hauskatze
Die ersten Katzen schlossen sich von sich aus den Menschen an - jedoch nicht erst im alten Ägypten. Die Geschichte ihrer Domestikation erklärt ihr unabhängiges Wesen.
Allerdings war die Herkunft der Hauskatze lange ungewiss. Noch weniger einsichtig erschien der Sinn dieser Domestikation. Andere Haustiere liefern dem Menschen Fleisch, Milch, Wolle oder Arbeitskraft. Aber welchen echten Nutzen haben Katzen? Bis vor fünf Jahren hieß es, die alten Ägypter hätten vor rund 3600 Jahren damit angefangen, sie als Haustiere zu halten. Genetische Analysen sowie neue archäologische Befunde offenbaren nun aber einen völlig anderen Hergang – und auch einen anderen Ursprung.
In der Vergangenheit erschwerten mehrere Umstände die Aufklärung. Dass alle Hauskatzenvarianten allein von der so genannten Wildkatze, der Art Felis silvestris, abstammen, vermuteten Experten zwar schon lange, konnten es aber nicht gut belegen. Und eindeutig festzumachen, welcher der Wildkatzenpopulationen (Unterarten) die Hauskatze entstammte, erlaubten die früher verfügbaren Analysemethoden schon gar nicht. Einige Forscher glaubten, Katzen seien an mehreren Orten unabhängig voneinander domestiziert worden. Denn die weite Verbreitung der Wildkatze in der Alten Welt machte die präzise Zuordnung nicht einfacher. Ihr Lebensraum reicht von Schottland bis Südafrika, von Spanien bis in die Mongolei. Die einzelnen Wildkatzenunterarten lassen sich nur schwer auseinanderhalten, die Populationsgrenzen sind unscharf. Tiere verschiedener Populationen kreuzen sich überdies bereitwillig. Auch ist manche verwilderte Hauskatze mit der typischen streifig gemusterten grauen Fellzeichnung leicht mit einer Wildkatze zu verwechseln. Zudem paaren sich Haus- und Wildkatzen recht problemlos


Carlos A. Driscoll arbeitet an der
University of Oxford sowie in den
USA am National Cancer Institute in
Bethesda (Maryland) im Laboratory
of Genomic Diversity, das Stephen
J. O’Brien leitet. Juliet Clutton-Brock, eine Pionierin der Domestikationsforschung,
hat den International
Council for Archaeozoology
gegründet und am Natural History
Museum in London gearbeitet.
Andrew
C. Kitchener ist Kurator
bei den National Museums Scotland.
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1. Nützliche Katzen
14.04.2010, Kathleen Hellbarth, Klipphausenda ich selbst seit ein paar Jahren zwei Kater bei mir leben habe, habe ich den Artikel zur Herkunft der Hauskatze mit großen Interesse gelesen. Aufgefallen ist mir dabei, dass immer wieder erwähnt wurde, Katzen haben doch eigentlich keinen Nutzen für Menschen. Dazu fallen mir sofort zwei Punkte ein:
1. Sie jagen Mäuse. Da ich sehr ländlich wohne, kommt mir diese Eigenschaft der Katzen sehr zugute. Vielleicht ist genau das der Grund, warum Menschen sich die Katzen ins Haus geholt haben, schließlich sind sie wesentlich bessere Mäusejäger als wir, und zu Zeiten der Domestikation gab es sicher noch keine Mäusefallen, die effektiv genug arbeiteten.
2. Bereits im Artikel wurde das eigene Wesen der Katzen erwähnt, was ich sehr schätze. Im Gegensatz zu Hunden, die einfach treudoof der Hand folgen, die sie füttert, sind Katzen sehr eigensinnig und setzen ihren Dickkopf auch mal durch. Das macht das Leben mit ihnen, zumindest für mich, niemals langweilig. Es ist mehr ein Zusammenleben, als eine hierarchische Beziehung, wie es bei Hunden der Fall ist.
Ich möchte trotzdem der gesammten Redaktion einmal ein Lob aussprechen. Ich lese Spektrum seit ein paar Jahren regelmäßig und war noch nie enttäuscht. Besonders gelungen, um aktuell zu bleiben, fand ich den Artikel zur dreidimensionalen Mandelbrot-Menge in der gleichen Ausgabe. Dazu würd ich gern einmal wieder etwas lesen, da sie in ihrer unendlichen Vielfalt sehr faszinierend ist.
2. Katzen auch bei nordgermanischen Stämmen verehrt
26.04.2010, Dieter Reder, Hamburg