"Schutzbeschichtungen sind extrem wichtig für die Haltbarkeit von Materialien und Geräten. Betrachtet man die Kombination von Härte und Dehnbarkeit, so gibt es nur wenige Polymere oder Zusammensetzungen, die diese Materialeigenschaften vereinen. Zu verstehen, wie ein flexibles Substrat vor äußeren Einflüssen geschützt werden kann, wird heute immer wichtiger", erklärt Matthew Harrington vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam. Die Oberhaut der Muschelseide enthält weniger als ein tausendstel Millimeter große Körnchen (Granula), die in eine deutlich weichere Matrix eingebettet sind. Wird die Matrix gedehnt, bilden sich winzige Hohlräume, die womöglich größere Risse und damit einen generellen Materialdefekt verhindern. Dabei spielen die hohe Konzentration von Eisenionen und die Aminosäure Dihydroxyphenylalanin (L-DOPA) eine entscheidende Rolle.
Darüber hinaus entdeckten sie, dass die Verteilung von DOPA-Eisen-Komplexen in den Bereichen niedrig ist, in denen es granuläre Einschlüsse gibt, bzw. dort hoch ist, wo diese nicht existieren. Die eng vernetzten Granulate fungieren daher wohl als stabilisierende Einschlüsse, während die weniger vernetzte Matrix jederzeit aufgebrochen werden kann und sich somit dehnen lässt. Diese Strategie der Muscheln könnte zukünftig vielleicht auch für technische Anwendungen in Polymerschutzschichten nach dem Vorbild der Natur geeignet sein.





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