Diese schwimmende Forschungsplattform soll 2012 vom Stapel gelassen werden und anschließend mit Wissenschaftlern an Bord über die Meere treiben.
Eine einzige bemannte Unterwasserstation
Doch diesem Ansinnen stehen einige Schwierigkeiten gegenüber, erläutert Ellen Prager vom Projekt "Aquarius Reef Base" der US-amerikanischen Behörde für Wetter und Ozeanografie (NOAA): "Das Meer ist ein für uns lebensfeindliches Ökosystem – dunkel, nass, kalt und in der Tiefe mit erdrückendem Gewicht. Und da er lichtundurchlässig ist, sehen wir von der Oberfläche nicht weit in die Tiefe. Wir müssen also direkt hinein, um den Ozean besser zu erforschen." Aus diesem Grund betreibt die NOAA schon seit 1993 die Aquarius Reef Base vor der Küste Floridas, in der Forscher aus den unterschiedlichsten Disziplinen bis zu 14 Tage leben und arbeiten. "Die Basis ermöglicht uns langzeitige Beobachtungen der Meeresumwelt, die aus logistischen und finanziellen Gründen von der Küste oder dem Boot aus unmöglich wären." Bis zu sechs Wissenschaftler beherbergt das Unterwasserlabor gleichzeitig im Trockenen.
Momentan existiert nur eine einzige bemannte, untergetauchte Forschungsstation: Aquarius Reef Base vor der Küste Floridas. Bis zu sechs Mann leben hier für 14 Tage unter Wasser.
Technik in die Tiefsee
Ein globales Forschungsprojekt soll das jetzt im wahrsten Sinne tief greifend ändern: das Global Ocean Observing System (GOOS). Als erster Schritt werden dafür im Nordpazifik, Südatlantik, vor der Küste Chiles im Pazifik und südöstlich von Grönland so genannte feste Knotenpunkte im Meer versenkt. Sie sind mit einer Vielzahl an Instrumenten bestückt, die in Echtzeit und permanent allerlei Daten sammeln sollen, etwa zu chemischen Veränderungen, geopyhsikalischen Ereignissen wie Erdbeben und Plattenbewegungen, Meeresströmungen oder Nährstoffkreisläufen. Ferngesteuerte Tauchvehikel, die von den Knotenpunkten aus auf Fahrt gehen und Proben einsammeln, erweitern die Reichweite der Plattformen.
Der Mensch wird nicht überflüssig
Den entstehenden kontinuierlichen Datenstrom senden Breitbandkabel an Land, was zeitnahe Beobachtungsreihen über Jahre hinweg erlaubt, während Forschungsreisen zeitlich stets beschränkt waren. Driftende Messbojen wiederum konnten nur so lange arbeiten und funken, bis die Batterien leer waren, während die Knotenpunkte über Stromkabel betrieben werden. Über 240 Gigabyte an Daten pro Sekunde könnten die Forscher ab 2011 verfügen – eine Informationsmasse, die sich nur noch mit Supercomputern an Land bewältigen lässt. Albert Plueddemann vom WHOI freut sich schon auf Daten: "Sie ermöglichen uns einen vollständigeren räumlichen und zeitlichen Blick auf die Ozeane als jemals zuvor."
An der Grenzfläche zwischen Meer und Atmosphäre finden viele interessante Prozesse statt, die noch unzureichend erforscht sind: Wie viel Kohlendioxid nimmt der Ozean auf und gibt er ab? Wie tief dringt Strahlung ins Wasser ein? Was bewirken Turbulenzen? Fragen, die mit den neuen Geräten und permanent vorhandenen Messstationen geklärt werden sollen.









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