27.8.2010 - Immer weiter dringen Astronomen und Kosmologen in das Universum vor. Doch gleichzeitig machen sie auch in direkter Nachbarschaft der Erde oder des Sonnensystems neue, überraschende Entdeckungen. Hier finden Sie eine kleine Auswahl von astronomischen, astrophysikalischen und kosmologischen Spektrum-Artikeln der jüngeren Zeit.
Mit dem Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS), dem bislang aufwändigsten Weltraumobservatorium für geladene kosmische Strahlung, nimmt die Internationale Raumstation die astrophysikalische Grundlagenforschung auf. AMS soll die Dunkle Materie enträtseln helfen, aber auch nach Antimaterie suchen.
Die noch rätselhafte Dunkle Materie soll eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Galaxien spielen. Doch Beobachtungen in unserer kosmischen Nachbarschaft nähren Zweifel an der Existenz dieser Materieform.
Da Neutrinos Materie fast ungehindert durchdringen, bringen sie uns Nachricht aus dem tiefsten Inneren der Sterne. Allmählich gelingt es, solche Botschaften zu entschlüsseln.
Heute ist die Sonne eine Einzelgängerin. Entstanden ist sie jedoch gemeinsam mit Tausenden anderer Sterne. Nach ihren stellaren Geschwistern fahnden Forscher nun in direkter kosmischer Nachbarschaft.
Mit sechs interferometrisch zusammengeschalteten Einzelteleskopen ist es erstmals gelungen, die Verfinsterung eines fernen Sterns im Detail festzuhalten und dessen bislang unsichtbaren Begleiter dabei direkt zu beobachten.
Viele mit dem Gammastrahlen-Observatorium Fermi entdeckte Punktquellen haben sich als Pulsare erwiesen. Diese könnten nun in einer Art galaktischem GPS zur genauen Positionsbestimmung der Erde dienen - und damit zum Nachweis von Positionsänderungen durch Gravitationswellen.
Ob terrestrische Planeten um ferne Sonnen wirklich der Erde gleichen, scheint zunehmend fraglich. Vielleicht ähneln sie eher riesigen Brocken aus Koks, Diamant und Teer.
Nach manchen kosmologischen Theorien ist unser Universum nicht das einzige. Könnte auch in einem Paralleluniversum mit anderen Naturgesetzen Leben entstehen?
Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat das Geheimnis des "Mechanismus von Antikythera" gelüftet, eines antiken astronomischen Rechenwerks von erstaunlicher Komplexität.
Die jüngste Marslandemission gilt als beendet - doch die Auswertung der Daten des Mars Phoenix ist in vollem Gange und noch für manche Überraschung gut. Auch neue Fragen haben sich ergeben, und die Folgemissionen zu ihrer Beantwortung sind schon in Vorbereitung.
Selbst dort, wo sie nie damit gerechnet hätten, sind Astronomen mittlerweile auf Exoplaneten gestoßen. Die überraschendsten Erkenntnisse gewinnen die Forscher, wenn sie Planetensysteme rund um Braune und Weiße Zwerge sowie um Neutronensterne untersuchen.
Die dünnen Lufthüllen um manche Planeten sind höchst fragile Gebilde, denn Gase können auf vielerlei Wegen in den Weltraum verloren gehen. Nicht nur für Erde, Venus und Mars ist dies ein Prozess mit gravierenden Folgen.
Quer durch kosmischen Staub, der uns im optischen Spektralbereich die Sicht verwehrt, hat das Infrarotteleskop Spitzer atemberaubende Einblicke gewonnen. Galaxienhaufen im jungen Universum untersuchte es ebenso wie die Atmosphären von Exoplaneten.
Nach Einsteins Theorie kollabiert ein massereicher Stern am Ende zu einem Schwarzen Loch, das alles verschluckt, was ihm zu nahe kommt. Doch Quanteneffekte könnten den Kollaps bremsen und einen "Schwarzen Stern" erzeugen - einen ungemein dichten, schwach strahlenden Materieklumpen.
Vielleicht nähern wir uns allmählich der Antwort auf die uralte Frage, ob das Universum endlich oder unendlich groß ist. Und wenn der Ulmer Forscher Frank Steiner Recht hat, dann könnte es eine Lösung geben, an die bisher nur wenige gedacht haben.
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