Serie Philosophie (Teil 4) | Was ist der Mensch?
Das Verhältnis von Mensch und Tier
Philosophen haben dem Menschen immer wieder eine Sonderstellung zugebilligt: das einzige Lebewesen mit Geist und Intelligenz. Doch neue Erkenntnisse der Verhaltens- und Hirnforschung stellen diese Abgrenzung in Frage.
Mit dieser Betrachtungsweise sind zwei Fragen verbunden. Erstens: Was ist dafür verantwortlich, dass etwas lebendig ist? Zweitens: Ist Vernunft wirklich allein dem Menschen vorbehalten? Im 17. Jahrhundert machte René Descartes (1596 – 1650) eine neue Sichtweise des Verhältnisses von Mensch und Tier populär. Im Zuge der Entstehung der Naturwissenschaften gewann der französische Mathematiker und Philosoph die Überzeugung, dass sich Leben und alle biologischen Funktionen des Körpers vollständig mechanistisch erklären lassen; dies entspricht auch heute noch der allgemein akzeptierten wissenschaftlichen Auffassung.
Zugleich glaubte Descartes, der Mensch unterscheide sich vom Tier dadurch, dass


Der Autor ist seit 2007 Professor für Philosophie
an der Ruhr-Universität Bochum. Zurzeit leitet er als Geschäftsführer das Institut für Philosophie II mit Schwerpunkt in systematischer Gegenwartsphilosophie sowie Philosophie der Antike und baut dort gerade ein
Zentrum für "Mind, Brain and Cognitive Evolution" auf. Er studierte an den Universitäten
Freiburg und Bielefeld Philosophie, Psychologie und Geschichte
und promovierte dort 1994 in Philosophie. Von 2003 bis 2007 war
Newen Professor für Philosophie mit Schwerpunkt Sprachphilosophie
und Philosophie des Geistes an der Universität Tübingen.
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1. Wo bleibt das Niveau?
23.03.2011, Walter Weiss, KasselIn der Sache: Spätestens seit Darwin ist das aufgeworfene Problem ein Scheinproblem. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist nur graduell, nicht essentiell, und das gilt für alle Lebewesen: Auch der Unterschied zwischen Elefant und allen anderen Lebenwesen ist nur gradueller Natur, auch zwischen Fliegenpilz und anderen Lebewesen, auch zwischen Amöbe und anderen Lebewesen usw.
Das weiß heute jeder Grundschüler - nur völlig verbohrte religiöse Exzentriker sind noch anderer Meinung. Diese haben in Spektrum der Wissenschaft sicher nichts verloren.
Dabei fasse ich das von Ihrer Zeitschrift gewählte Programm 'Die größten Rätsel der Philosophie' so auf, dass der heutige Stand der Dinge gemeint ist, also nicht (oder nicht nur) etwa eine jeweils sektoriell gestaltete Philosophiegeschichte.
Ich bin auch mit diesem Glied in der Reihe 'Die größten Rätsel der Philosophie' durchaus nicht einverstanden. Meiner Meinung nach verlässt die Redaktion hier das hohe Niveau ihrer sonstigen Beiträge (aus Naturwissenschaft, Mathematik, Geschichte und Technik). Die bisherigen Beiträge der Reihe könnten in jeder Schülerzeitung stehen.
2. Kontinuität der kognitiven Fähigkeiten
12.04.2011, Georg Heike, Blankenheim3. Unterschiede Mensch zu Tier
20.04.2011, Sven Schmidt, StuttgartWas nicht untersucht wird, ist die Frage, welche andere Spezies außer Homo kann all dies in der Summe meines Erachtens nachgehen vor allem folgende Aspekte immer unter: Welche andere Spezies interessiert sich überhaupt für andere Spezies, außer in den Kategorien Futter, Gefahr oder neutral? Welche, außer der Gattung Homo, möchte denn wissen, was über ihren eigenen "Kultur"- oder Lebensraum noch vorhanden ist? Welche andere Spezies denkt darüber nach, inwieweit eine andere Spezies oder ein Werkzeug permanent zu einem Vorteil eingesetzt werden kann? Welche andere Spezies besitzt etwas wie ein kollektives Gedächtnis und tradiert Erfahrungen derart intensiv wie die Spezies Homo?
Vielleicht gibt es dazu auch Antworten die einen spannenden Artikel ergeben.
4. Graduelle Feinheit
18.05.2011, Paul Kalbhen, GummersbachWalter Weiss schreibt in seinem Leserbrief im Sinn des Beitrages von Albert Newen: "Der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist nur graduell, nicht essentiell, und das gilt für alle Lebewesen ..." Meine Frage an ihn zu dieser Aussage lautet: Ist die "geistige" Fähigkeit des Menschen zu mathematischen Kunstfertigkeiten - auch wenn sie der Grundschüler noch nicht so recht beherrscht, mancher "verbohrte religiöse Exzentriker" (außerhalb der SdW-Redaktion) eventuell schon - nur ein "gradueller" Unterschied zur Nichtfähigkeit des Tieres in dieser Sparte, oder doch mehr? Vielleicht kann mir Walter Weiss in diesem Zusammenhang auch noch das Wort "graduell" niveauvoll definieren!