
Bernhard Kuczera promovierte 1974 an der
TH Karlsruhe auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit und war im
ehemaligen Forschungszentrum Karlsruhe (heute: Karlsruher
Institut für Technologie, KIT) sowie ab 2001 vier Jahre bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien tätig.
Ludger Mohrbach studierte Maschinenbau und Reaktortechnik in Bochum und promovierte dort 1989 zur Thermohydraulik des Schnellen Brüters. Heute leitet er bei VGB PowerTech e.V. das Kompetenzzentrum "Kernkraftwerke".
Walter Tromm arbeitet seit seinem Maschinenbaustudium an der Technischen Universität Karlsruhe in verschiedenen Positionen am KIT auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit. Seit 2003 arbeitet er dort im Programm Nukleare Sicherheitsforschung und leitet dieses seit 2010.
Joachim Knebel ist seit 1993 nach einem Maschinenbaustudium in Karlsruhe und anschließender Promotion am KIT tätig. Zunächst leitete er das Programm Nukleare Sicherheitsforschung, danach das Institut für Neutronenphysik und Reaktortechnik. Seit Oktober 2010 ist er Chief Science Officer des KIT .
1. Lobbyarbeit in Spektrum?
25.07.2011, Michael Berner, MannheimDie Autoren weisen zum Beispiel darauf hin, dass "die Aufsichtsbehörden NISA nicht unabhängig von den Betreibern war", versäumen es aber zu erwähnen, dass der "TÜV Süd" in Deutschland, eine Aktiengesellschaft, und von dem etwa 25% von einer TÜV-Süd-Stiftung gehalten werden. Mitglieder dieser Stiftung sind wiederum einige Atomkraftwerksbetreiber. Nun ist aber der TÜV Süd auch für die Überprüfung von Atomkraftwerken zuständig. Ist dies dann "unabhängig"? Warum wird in einem vergleichenden Artikel dies "unterschlagen"? Unwissen der Autoren? Was für Spezialisten sind das?
Weiter stellt sich die Frage nach dem offenen Endlager Problem. Dies wird bei den Restrisiken oft gar nicht erst besprochen. Weiß irgendjemand der Herren, was dieser Müll in Zukunft noch für Schaden anrichten wird?
Leider hinterlässt dieser Artikel den schalen Geschmack von Lobbyarbeit.
2. Gesundheitliche Folgen unabsehbar
26.07.2011, Thorsten Amrhein, HannoverAnscheinend genügte es den Autoren nicht, die deutschen Atomkraftwerke als erheblich sicherer darzustellen, so dass sie zusätzlich die Folgen eines GAUs verharmlost haben.
3. Nur die halbe Wahrheit
27.07.2011, Peter SilbergMir ist zwar nicht bekannt, wann der Artikel verfasst wurde, allerdings zeigen sich die Herren damit nicht auf dem aktuellen Stand.
Nach meiner Kenntnis wurden 770.000 Terabecquerel freigesetzt und auch Plutonium in 2 km Entfernung vom Kraftwerksblock gefunden(s. http://www.heise.de/tp/blogs/2/149959).
Die Auswirkung der radioaktiven Strahlung auf die Gesundheit der Arbeiter kann nicht belastbar beurteilt werden, da laut der Nachrichtenagentur Kyodo nicht jeder Arbeiter ein eigenes Dosimeter zu Verfügung hatte (s. http://www.aerztezeitung.de/panorama/k_specials/japan/article/648085/fukushima-dosimeter-arbeiter.html).
Über die langfristigen Schäden werden wir wohl erst in einigen Jahrzehnten genauere Kenntnis erhalten.
Die Kernschmelze in Reaktor 1 wurde nachweislich auch nicht durch den nachgelagerten Tsunami, sondern durch das eigentliche Erdbeben verursacht. Dies hat zumindest der Betreiber TEPCO erklärt (s. http://www.clever-strom.de/news/strom/kernschmelze-in-fukushima-direkt-durch-erdbeben-verursacht.html).
Damit ist das Hauptargument der Autoren widerlegt, dass eine bessere Auslegung der Kraftwerksblöcke hinsichtlich der Auswirkungen eines Tsunamis die Katastrophe hätte verhindern können.
Folgende in dem vorliegenden Artikel aufgestellte Behauptung ist damit falsch:
"Alle betroffenen Kernkraftwerksblöcke an den oben genannten vier japanischen Standorten haben die direkten Bebeneinwirkungen dank deutlicher Sicherheitsreserven in der Konstruktion relativ unbeschadet überstanden."
Ob deutsche bzw. auch französische Kernkraftwerke einem Erdbeben z. B. am Rheingraben stand halten werden ist eine Glaubensfrage.
Die Ausbildung und der Berufsweg der vier Autoren legen eine Faszination für die Kernenergie nahe. Trotzdem - oder gerade deshalb - wäre eine kritischere Distanz zu dieser Technologie doch wünschenswert und der Glaubwürdigkeit der Autoren zuträglich.
Auch wenn die Beschreibung der bei einer Kernschmelze ablaufenden Vorgänge sehr aufschlussreich ist, so wird der Verdacht der Lobbyarbeit, den Herr Berner in seinem Kommentar äußert, bei kritischer Durchsicht des Artikels erhärtet.
4. Zur Lobbyarbeit
28.07.2011, Johann Michael, KaiserslauternWenn Atomkraftgegner etwas nicht passt, kommt der Lobbyvorwurf wie ein Reflex.
Wenn es aber um den Preis der besten Lobbyarbeit geht, gewinnt diesen die Lobby der Erneuerbaren. Ich wollte mir Solarzellen aufs Dach machen. Nachdem ich mich damit beschäftigt habe, konnte ich nicht glauben, dass es so ein System geben kann.
Solarzellen aufs Dach machen heißt, eine Tankstelle zu eröffnen und umgerechnet für den Liter Diesel 10 Euro zu verlangen. Den Diesel gibt es aber nicht, wenn ihn der Autofahrer haben will, sondern nur wenn die Sonne scheint. Wenn die Sonne aber scheint, müssen die Autofahrer per Gesetz an diese Tankstelle und dürfen nicht zu den „normalen“ Preisen tanken.
Die Lobby der Erneuerbaren hat es nicht nur geschafft, dass die Politik solche Gesetze macht, sondern über eine geschickte Medien- und Imagearbeit es auch geschafft, dass die Deutschen mit Freude an die teure Tankstelle fahren. Dies ist international einmalig. Bravo.
5. Restrisiko
11.08.2011, Dr. Peter Ziegler, Alsbach-HähnleinWeiterhin dürfte z.B. bei einem Super-GAU in Biblis das Rheintal unpassierbar werden mit unabsehbaren Folgen für die europäische und deutsche Wirtschaft und deren Verkehrswege. Man muss nur einmal nachsehen, welche wichtigen Verkehrswege durch dieses Gebiet führen.
Fazit: Dieses "Restrisiko" ist nicht zu verantworten, auch wenn dabei einige Firmen finanzielle Verluste erleiden.
eingegangen bei spektrumdirekt am 28.7.2011
6. Welche Schäden verursachte das Erdbeben?
11.08.2011, Guido Carl, Lorsch- Bruch von Wasserleitungen im Reaktor 1: www.webcitation.org/5ygMQfEn5
- Schädigung des Notkühlsystems im Reaktor 3: www.webcitation.org/5ytvAtYHZ
- Auch soll es schon sehr frühzeitig Messungen radioaktiver Teilchen gegeben haben, was auf eine Beschädigung des Containments schließen ließe.
Es verwundert doch sehr, dass die Autoren solche Hinweise außer Acht lassen, denn sie verändern die Sachlage von Grund auf. Gerade bei einer so heftig umstrittenen Technologie dürfen solche Fehler nicht vorkommen, denn sie untergraben die Glaubwürdigkeit der gesamten Untersuchung.
eingegangen bei spektrumdirekt am 26.7.2011
7. Fakten?
11.08.2011, Jutta Paulus, Neustadt an der WeinstraßeMehrere Experten halten Tepcos Darstellung, der Wasserstoff sei aus Block 3 in Block 4 gelangt, für haltlos
(http://www.tec-sim.de/images/stories/sfp-failure-23-7.pdf). Dazu hätte der Wasserstoff im WetWell unter die Wasseroberfläche diffundieren und von dort aus das Einspeiserohr erreichen müssen. Viel wahrscheinlicher
ist das "Siphoning", welches durch Kühlwasserverlust und das Prinzip der kommunizierenden Röhren zur Freilegung der Brennstabköpfe führt.
Kurz: "I am not convinced" - und daher ist mir 2022 auch zu spät. Auch wenn mir klar ist, dass die für meinen Wohnort größte Gefahr wahrscheinlich nicht vom (Luftlinie) nächstgelegenen AKW Philippsburg, sondern von Fessenheim und Cattenom ausgeht, und wir Deutsche auf diese keinen Einfluss haben.
eingegangen bei spektrumdirekt am 26.7.2011
8. Bitte Fakten berücksichtigen!
11.08.2011, Wolfgang Bosswick, Erlangenhttp://cnic.jp/english/newsletter/pdffiles/nit143.pdf
9. Nicht ganz überzeugend ...
19.08.2011, Guido Carl, LorschWas meinen zweiten Hinweis angeht: Sie haben ganz Recht, dort hat Tepco bestritten, dass es sicherheitsrelevante Schäden durch das Erdbeben gegeben habe. Es tut mir leid, da habe ich mich völlig vertan und Ihnen unnötig Arbeit gemacht.
Dass Sie allerdings meinen ersten Hinweis als Beleg verstehen wollen, geht weit am Ziel vorbei. Natürlich ist das kein unumstößlicher Beleg, sondern eben ein Hinweis darauf, dass das Erdbeben Schäden auch an sicherheitstechnisch relevanten Leitungen angerichtet haben kann.
Es ist doch Ihre Aufgabe nachzuprüfen, ob a) die gebrochenen Leitungen tatsächlich nicht sicherheitstechnisch relevant waren. Und falls das - wie ich ebenfalls vermute - zutrifft, ist zu zeigen, ob b) diese Leitungen deutlich weniger erdbebensicher verlegt waren als die sicherheitstechnisch relevanten Leitungen. Erst dann könnten Sie man den Hinweis als vermutlich unzutreffend abhaken.
Das war übrigens schon Ihre Aufgabe, als Sie Ihren Artikel recherchiert und geschrieben haben, nicht erst, seit ich auf dieses Defizit hingewiesen habe. Und nun verzichten Sie nicht nur darauf, diesem Hinweis nachzugehen, sondern fordern von mir die Belege, die Sie selbst nicht gesucht haben. In meinen Augen ist das nur Rhetorik.
Und sicher, meinen Hinweis auf frühzeitige Messungen radioaktiver Teilchen habe ich nicht belegt. Leider finde ich den Artikel nicht, in dem ein fachkundiger Japaner (Techniker, Wissenschaftler?) solche Messungen erwähnt hat. Vielleicht finde ich den Artikel aber noch ...
Mit freundlichen Grüßen
10. Naturkatastrophe in Japan nicht auf Deutschland übertragbar
19.08.2011, Gerd Zelck, SeevetalErdbeben und Tsunami forderten in Japan mindestens 28 000 Tote; tausende werden noch vermisst. Dagegen gab es durch die Probleme bei den Kernkraftwerken bis heute kein einziges Todesopfer. In Deutschland gab es in den vergangenen 45 Jahren, in denen die Kernenergie genutzt wurde, ebenfalls kein einziges Todesopfer, dagegen aber über eine Million Verkehrstote und eine ähnliche hohe Zahl an Schwerverletzten mit lebenslang bleibenden starken Behinderungen. Und was machen wir aus diesen Fakten? Wir übertragen die Naturgefahren in Japan und deren technische Mängel an den Reaktoren auf unser Land und steigen überhastet aus der Nutzung aus.
Zusätzlich wird eine Gefahr durch gezielte Flugzeugabstürze auf unsere Kernkraftwerke aufgebaut. Ein verhältnismäßig kleines Objekt am Boden, wie ein KKW es darstellt, mit einem Flugzeug zu treffen, erfordert langjährige Übungen, wie sie wohl nur Militärpiloten erfahren. Terroristen, die Passagierflugzeuge kapern, erlangen diese fliegerischen Fertigkeiten wohl kaum und suchen sich leichtere Objekte, die möglichst auch noch viel spektakulärer sind, wie z. B. Wolkenkratzer in New York. Auch wir haben ähnliche Bauten in Frankfurt und auch das Reichstagsgebäude in Berlin oder ein vollbesetztes Fußballstadium wären unter Sichtflugbedingungen leichter zu treffen als so ein kleines Atomei. Ich denke, dass die Bekämpfung und Diskreditierung der Kernenergie zunächst der Ausgangspunkt war und man dann nach geeigneten Ansatzpunkten suchte. Die tragischen Ereignisse in den USA waren dafür ein willkommener Anlass.
Allgemein verbreitet ist die Meinung, dass radioaktive Strahlung grundsätzlich schädlich für den menschlichen Organismus ist. Hierbei wird eine lineare Abnahme der Schädlichkeit aus Bereichen konkreter Vorkommnisse mit beobachteten Schädigungen bis hin zum Wert Null-Radioaktivität zu Grunde gelegt. Danach ist dann auch schon die natürlich vorhandene Umweltstrahlung, unter der sich alles Leben auf der Erde entwickelt hat, für uns Menschen grundsätzlich schädlich. Diese Einstellung über die grundsätzliche Gefährlichkeit radioaktiver Strahlungwird insbesondere von speziellen Protagonisten-gruppen wie Greenpeace, der Partei Die Grünen etc. vertreten und gehütet. In der Öffentlichkeit unterdrückt werden dagegen Beobachtungen, dass niedrige Strahlendosen für die menschliche Gesundheit eventuell sogar förderlich sein könnten. Und diese Beobachtungen gibt es!
In Deutschland beträgt die mittlere Dosis durch die natürliche Strahlung 2,4 mS/J und kann regional bis 4 mS/a ansteigen. In bestimmten Gegenden der Erde ist diese Strahlenbelastung wesentlich höher, ohne dass dadurch besondere Krankheiten und Leiden auffällig geworden sind, so z. B. in Brasilien/Atlantikküste mit 200 mS/a, Indien/Monazitbezirk mit 40 und Ramsar/Iran mit 450 mS/a.
Wir müssen aber gar nicht so weit unseren Blick schweifen lassen. In den Heilstollen in Bad Gastein/Österreich wurden im Mittel 44.000 Bq gemessen (Spitzenwerte bis 166.000 Bq/m³ Luft) verursacht durch Radongas. Das Bfs empfiehlt (heute) eine Wohnraumsanierung ab 100 Bq/m³. Trotz der hohen Strahlenbelastungen im österreichischen Heilstollen kommen viele Besucher und Heilsuchende und sichern gute Geschäfte. Ein Freund von mir war dort und fuhr mit seiner Frau einmal zum Kennenlernen in den Stollen ein. Allein dafür mussten sie pro Person 28 € bezahlen. Wenn das gefährlich wäre, wäre das in Österreich bestimmt verboten worden. Aber gründliche Studien mit bestrahlten und nicht-bestrahlten Probandengruppen sollen die heilende Wirkung eindeutig nachgewiesen haben.
Insbesondere das letzte Beispiel führt zu der provokanten Frage: Ist jede Strahlendosis aus radioaktiven Quellen schädlich? In einer Broschüre „Strahlung und Strahlenschutz“ von 1992 vom damaligen Bundesamt für Strahlenschutz (Bfs) steht darüber: "Von Anbeginn an hat sich alles Leben auf der Erde unter dem Einfluss von ionisierenden Strahlen entwickelt. Obwohl es die Theorie gibt, dass ein bestimmtes Maß an ionisierender Strahlung Lebensvorgänge auch positiv beeinflussen kann, gehen alle Schutzkonzepte grundsätzlich von einer schädlichen Wirkung aus."
11. Unkritische und industriefreundliche Haltung?
05.10.2011, Wolfgang Bosswick, ErlangenZwar stammt der verlinkte Artikel von einer atomkraftkritischen Quelle in Japan, kann aber dennoch nicht ohne inhaltliche Auseinandersetzung abgetan werden. Insbesondere, weil sowohl der Bericht der japanischen Regierung Handlungszwängen aus außenpolitischen Gründen unterliegt und somit in seiner Objektivität durchaus fragwürdig ist, als auch die IAEA als Adressat keine unabhängige international Institution ist (wie meist suggeriert wird), sondern eine von der Atomkraftindustrie finanzierte NGO, die eher zum Lobbying neigt.
Es mehren sich Hinweise, dass schwere Schäden bereits unmittelbar nach dem Erdbeben vor dem Ausfall der Notstromgeneratoren durch den Tsunami bestanden, und dass diese Schäden bereits wesentlich, wenn nicht maßgeblich zum weiteren katastrophalen Verlauf des Reaktorunglücks beigetragen haben.
Yasuteru Shibamoto, Forscher der Japan Atomic Energy Agency, hat durch Analyse der Messdaten starke Hinweise darauf gefunden, dass zumindest in Reaktor 2 bereits unmittelbar nach dem Erdbeben schwere strukturelle Schäden am Containment entstanden waren, die zu massiven Kühlmittelverlust geführt haben: http://www.yomiuri.co.jp/science/news/20110922-OYT1T00668.htm?from=main1
"The simulation done by Yasuteru Shibamoto, researcher at Japan Atomic Energy Agency, shows that the Containment Vessel of Reactor 2 at Fukushima I Nuclear Power Plant may have been damaged, and had a hole about 7.6 centimeters in diameter right after the March 11 earthquake.
It is the first time that the degree of damage on the Containment Vessel is estimated in numbers. It was announced on September 21 at the fall conference of the Atomic Energy Society of Japan in Kitakyushu City.
For his simulation, Shibamoto utilized the data TEPCO had announced regarding the operation of the reactor core isolation cooling (RCIC) system and the change in pressure [inside the Containment Vessel]. In 14 hours after the earthquake hit, the water supply to the RCIC was switched from the condenser storage tank that had run dry to the suppression pool at the base of the Containment Vessel.
As the heat wouldn't dissipate, the pressure should have risen to about twice the design pressure (which is about 5 atmospheric pressures) within 2 days after the quake. However, in the actual data, the rise of the pressure was gradual, and it took more than 3 days to reach 7 atmospheric pressures (auszugsweise Übersetzung durch einen anonymen japanischen Blogger)."
Die rundwege Ablehnung der Analyse von Mitsuhiko Tanaka (Link in meinem Leserbrief) unter Verweis auf den offiziellen IAEA-Bericht ohne jede inhaltliche Würdigung ist äußerst fragwürdig, zumal Mitsuhiko Tanaka in seiner Analyse genau auf die strategische Bedeutung der Tsunamihypothese für die Atomlraftindustrie hinweist.
Ich würde mich freuen, wenn Spektrum der Wissenschaft diese Diskussionen in einem kritischen Artikel wieder aufgreift und sich nicht eine unkritische Plattform für offizielle Legenden von interessierter Seite zur Verfügung stellt. Tut mir leid, aber der Artikel, der Anlass für meinen Leserbrief war, vermittelt mir genau letzteren Eindruck. Vielleicht sollte da die Redaktion etwas wachsamer sein.
12. Grundsätzliches
08.11.2011, Berchtenbreiter, Augsburg1. Es gibt keine Technik, die störungsfrei oder sicher funktionieren kann.
2. Kein Mensch kann störungsfrei funktionieren.
3. Trifft beides aufeinander, kann das auch nicht störungsfrei funktionieren.
4. Sind Unfälle und deren Auswirkungen dann so gravierend und lebensbedrohend über Generationen hinweg wie bei der Kerntechnik, dann dürfen wir diese nicht verwenden, egal wie hoch oder niedrig ein Restrisiko berechnet wird.
5. Niemand kann das Verhalten der Natur vorhersagen mit unserem lächerlich kleinen zeitlichen "Überblick".
13. Punkt 5
14.11.2011, H. Weiche, Garbsen14. Replik zum 11. Kommentar von Wolfgang Bosswick: Typischer Reflex
15.12.2011, Fritz Brause, EssenZur Frage der Auswirkungen des Erdbebens auf das Kernkraftwerk gibt es keine neuen Erkenntnisse, die darauf hindeuten, dass es schon innerhalb der ersten Stunde nach Eintreffen der Flutwelle am Standort Fukushima Daiichi zu größeren sicherheitsrelevanten Schäden an den Anlagen gegeben hat. Dies wurde erst vor einigen Tagen erneut von einer vom Betreiber Tepco unabhängigen japanischen Expertenkommission bestätigt: Nicht das Erdbeben, sondern der Tsunami war die Hauptursache des Reaktorunfalls http://www.world-nuclear-news.org/RS_Earthquake_not_a_factor_in_Fukushima_accident_0212111.html
Warum kann ein Herr Bosswick, der als Diplom-Sozialwirt sicherlich nicht über die notwendige fachliche Qualifikation verfügt, um kerntechnische Sachverhalte richtig zu beurteilen, dies nicht zur Kenntnis nehmen? Weil er sich von Ideologien leiten lässt und aus seiner Perspektive nicht sein kann, was nicht sein darf?