Manfred Spitzer, Harald Lesch, Gunkl
Gott! Wo steckst du? 2 Audio-CDs
Galila
ISBN: 3902533323
Dieses Buch können Sie im Science-Shop für 19,90 € (D), 19,90 € (A) kaufen. »
In einem lockeren Gespräch plaudern drei wortgewandte Denker um das goldene Kalb, ohne die Ausgangsfrage zu beantworten, wo Gott denn nun steckt. Doch nicht Gott zu finden, sondern gepflegt über ihn zu reden, das ist der eigentliche Mehr- und Unterhaltungswert dieser zweistündigen Aufnahme – so jedenfalls das Fazit der drei Diskutanten, von denen jeder einen anderen Zugang zur Frage nach Gott hat.
Gott! Wo steckst du? 2 Audio-CDs
Galila
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Für den österreichische Kabarettisten Gunkl – mit richtigen Namen Günther Paal – ist die Sache klar: Gott ist nicht wichtig, die Welt kann mit "Bordmitteln" erklärt werden und das Bedürfnis nach Sinnerklärungen, die über die naturalistische Erkenntnis hinausgehen, sind sinnlos: "Mehr als dass man es weiß, gibt es nicht zu wissen", resümiert er mit sympathischem österreichischem Akzent. Der dem Fernsehpublikum bekannte Astrophysiker Harald Lesch ist evangelisch und kokettiert mit protestantischer Askese. Er hält es für erstrebenswert, ständig im Zweifel zu leben, also gläubig zu sein und dies doch dauernd anzuzweifeln.
Was für Lesch eine Lebensphilosophie ist, ist für Gunkl einfach nur mühsam, nämlich einen Gott zu erfinden, den man "on the fly permanent" apologetisch unterfüttern muss, um ihn aufrecht zu erhalten. Der Agnostiker Gunkl hält den Glauben in seiner Funktion als "Gruppenkitt" nützlich und für ein Produkt der Evolution. Harald Lesch ist dieser reine Verstandesansatz zu einfach. Er versucht ständig dem Gespräch eine theologische Tiefe zu geben und zugleich Glaube und Glaubenserfahrung als subjektives Erlebnis zu begreifen. Überhaupt ist Harald Lesch voller Respekt vor theologischem Denken und der Bedeutung der Religion für Kunst und Kultur – wahrscheinlich hält er Theologie sogar für eine Wissenschaft.
Der dritte im Bunde ist der Hirnforscher Manfred Spitzer. Er bekennt sich zu seiner katholischen Sozialisation, ist inzwischen aber wohl kirchenfern. In dem Gespräch nimmt er eine angenehm distanzierte Haltung ein. Während sich Gunkl eindeutig zu seinem Unglauben bekennt und Harald Lesch als moderner Protestant um die Gottesfrage herumeiert, streut Manfred Spitzer interessante Erkenntnisse aus der Hirnforschung ein.
Auch dies führt zu einer Vertiefung des Gesprächs. Beispielsweise bei der Frage, was man unter religiösen Glauben überhaupt verstehen will, denn religiöse Praktiken sind im Gehirn ganz unterschiedlich repräsentiert. Es ist hirnphysiologisch ein Unterschied, ob man vom Beten, religiösem Erleben oder religiöser Reflexion spricht, weshalb Religion nicht einfach im Gehirn lokalisiert werden kann und überhaupt "Religion" kein gutes begriffliches Konzept ist.
Ohne diese Erläuterungen Manfred Spitzers würde das Gespräch zwischen Gunkl und Lesch im Wesentlichen die Stereotypen zwischen Atheisten und Gläubigen wiedergeben. Wenn beispielsweise der Atheist Gunkl die Bibel als Wort Gottes bezeichnet und auf Widersprüche in ihr hinweist, reagiert Lesch mit dem Abwehrreflex der Gläubigen, insofern er die Bibel als Geschichtensammlung relativiert. Hier zeigt sich wieder das Phänomen, dass unter gemäßigten Denkern nur Atheisten die Bibel wirklich ernst nehmen – und wahrscheinlich auch nur sie diese wirklich lesen.
Kurz gesagt sucht Harald Lesch ständig nach theologischem Tiefgang, der rationale Gunkl bleibt pragmatisch und Manfred Spitzer unterfüttert das Ganze mit Fakten aus der Hirnforschung. Das lässt sich wunderbar anhören, denn der Ton ist unaufgeregt und respektvoll, was wohl auch daran liegt, dass alle drei das Thema Gott nicht zu wichtig nehmen und sich nicht missionieren wollen. Außerdem sind sie sich natürlich einig, was das naturwissenschaftliche Fundament anbelangt. Sie halten den Menschen und seine Fähigkeit oder Neigung zu Glauben für ein Produkt der Evolution. Hier kommt der einzige Schwachpunkt der Gesprächsrunde zur Geltung. Alle drei sind ziemlich schwach auf der Brust, was die Evolutionsbiologie anbelangt und so werden naheliegende interessante Fragestellungen von ihnen nicht aufgegriffen. Ein vierter Gesprächspartner wäre aber vielleicht auch einer zu viel gewesen.


Der Rezensent hat Mathematik und Physik auf Lehramt studiert und ist Mitarbeiter beim Verlag Spektrum der Wissenschaft
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1. Von Echnaton zu den Mullahs oder was ist Glaube wert?
01.01.2012, yoatmonObwohl die Ägyptische Priesterschaft nichts unterließ, jegliche Erinnerung an den von ihr verhassten Echnaton für alle Zeiten zu löschen, gelang dies nur bedingt. Es dürfte somit auch nicht verwundern, dass Moses vom Denken und Handeln Echnatons am Hofe Ramses erfuhr und sich diese Erfahrungen zu eigen machte. Zuvor herrschte bei den Israeliten Vielgötterei genauso wie bei all den anderen Volksstämmen in der Region.
Da das Christentum und der Islam seine Abstammung vom Judentum nicht leugnen können, könnte man auch sagen, sie alle haben ihren Ursprung dem Gedankengut Echnatons zu verdanken. In Details unterscheiden sich alle Religionen voneinander; im Prinzip jedoch, kann Echnaton als der Vater von ihnen erachtet werden. Geschichtlich gesehen, war der Orient schon immer ein besonderer Nährboden für religiöse Überzeugungen und das ist er bis heute geblieben. Kurz zusammengefasst könnte man sagen: von Echnaton zu den Mullahs.
2. Glaube ist nur ein Werk des Menschen
11.04.2012, ke.mslskVor einiger Zeit las ich das Buch "Der Mann Moses und die monotheistische Religion" von Sigmund Freud. Auch wenn der Name des Pharaos in seiner Schreibweise oder Aussprache variieren mag, ist der Mann, von dem Sigmund Freud in diesem Buch erzählt, derselbige. Ich bin nur zufällig über das Buch gestolpert, habe mich mit der Meinung stets alleine gefühlt (als Schüler), wäre dir demnach sehr dankbar, wenn du mir sagen würdest, woher du das Wissen hast. Das Buch ist kein Action-Roman, von Freud auch nicht zu erwarten, es ist vielmehr eine psychologische, atheistische, wissenschaftliche Abhandlung über die erste monotheistische Religion, den Einfluss und der Ursprung dieser Religionsart etc. Nur so viel, gerade die Latenzzeit Echnaton - Geburt Moses ist das eigentlich psychologisch Interessante und Wesentliche...
3. Wer schuf wen
06.05.2012, yoatmonP.S.:
Menschen haben sich schon immer nach Belieben ihre Götter nach Bedürfnis geschaffen. Der jetzige "Gott" steht am vorläufigen Ende des von Menschen geschaffenen Evolutionszweig. Es ist unwiderlegbar nachgewiesen, daß
ss die Primaten (Menschen und Menschenaffen) über einen langen evolutionären Vorgang von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Nicht Gott hat den Menschen - sondern der Mensch hat Gott geschaffen.