Allerdings bereitet es nach wie vor Probleme, dass die Energieproduktion der Anlagen je nach Windverhältnissen stark schwankt. Dies kann die Stromnetze überlasten oder aber zu Engpässen führen. Wissenschaftler und Ingenieure suchen deshalb nach neuen Verfahren, um überschüssigen Windstrom zu speichern, so dass er bei Flaute zur Verfügung steht.
Ein vielversprechender Ansatz lautet, den Strom zur elektrischen Spaltung von Wasser zu nutzen. Dabei entsteht Wasserstoff, den man ins Erdgasnetz einspeisen könnte, um daraus später wieder Strom zu gewinnen, Heizungen zu befeuern oder Fahrzeuge anzutreiben. Das vorhandene Gasnetz würde ausreichen, um auf diese Weise ein Drittel der Energiemenge zu speichern, die derzeit alle deutschen Windräder zusammen in einem Jahr produzieren.
Der Physiker Gregor Czisch, der die Bundesregierung in Fragen zu weltweiten Umweltveränderungen beraten hat, spricht sich hingegen für eine andere Lösung aus. In Spektrum der Wissenschaft befürwortet er ein leistungsfähiges Stromnetz, das Europa und Afrika verbindet und von Wind-, Wasser-, Sonnen- und Biomasse-Kraftwerken auf beiden Kontinenten gespeist wird. In solch einem "Supergrid" würden sich Angebot und Nachfrage von Strom sehr gut ausgleichen, haben seine Berechnungen ergeben. Große Energiespeicher wären damit weit gehend verzichtbar.
"Wenn ich in der Lage bin, Strom sehr günstig aus ganz unterschiedlichen Quellen und damit sicher zu bekommen, muss ich die Technik doch entwickeln", argumentiert der Physiker. Er betont, dass der Aufbau eines europäisch-afrikanischen Supergrids zugleich die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas vorantreiben könnte.




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