Dr. Axel Sütterlin
Universitäten und ihre Pressestellen sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wenn sie künftig besser als Vermittler zwischen Forschung und Öffentlichkeit wirken wollen. Kommunikationsspezialisten nahmen ihr Metier auf einer Tagung selbstkritisch unter die Lupe.
Feiert Ihr Fachbereich Triumphe, weil ihm der Sieg über die Verwaltung gelungen ist und jetzt das neue Faxgerät installiert werden kann? Hüpfen Sie auf einem Bein, wenn Ihr Forschungsmagazin jetzt durchgehend farbig gedruckt werden darf? Kennen Sie viele, die hochwertige Arbeit bei schlechtem Honorar leisten? Dann müssen Sie an einer deutschen Hochschule arbeiten.
Die ganze Welt spricht vom Zeitalter rasanten Informationsaustauschs, von der Kommunikation als alleinigem Schlüssel zum - nicht nur finanziellen - Erfolg auf den globalen Märkten. Früher gehörte Klappern zum Handwerk, heute braucht es größeren Lärm. Doch eine wirkungsvolle Public-Relations-Strategie erfordert zunächst einmal Geld. Wie man dieses beschaffen kann, machen ausländische Universitäten vor. Englische Hochschulen zum Beispiel betreiben Büros auf dem nordamerikanischen Kontinent, um Absolventen zur finanziellen Unterstützung zu bewegen; ein Teil der Einnahmen verbleibt für neue PR-Aufgaben. Geschicktes Marketing an einer niederländischen Universität bringt Umsätze in Millionenhöhe; der Gewinn kommt vollständig der Öffentlichkeitsarbeit zugute. Und Hochschulen in Italien lagern die PR-Abteilungen als Kommunikationsgesellschaften aus, die sich zur Gänze selbst finanzieren.
In Deutschland ist das anders: Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Klaus Landfried, nimmt schon mal das Wort vom Dilettantismus in den Pressestellen in den Mund. Für ihn sind deutsche Hochschulen Republiken von Amateuren, die - kommt man ihnen zu nahe - aufschreien wie die Kapitolinischen Gänse. Auf die Fahnen der obersten Instanz der Hochschulpolitik hat er deshalb das Engagement für bewußtere Öffentlichkeitsarbeit geschrieben.
Landfried muß wissen, wovon er spricht, denn insgeheim gilt seine Liebe dem Journalismus, wie er auf der Tagung EUPRIO '98 an der Universität Heidelberg eingestand. Knapp 250 Kommunikationsexperten von europäischen Universitäten aus 23 Ländern trafen sich vergangenen Septembe