Die Frage, ob es außerhalb des Sonnensystems Planeten gebe, war jahrhundertelang brisant. So musste der Philosoph Giordano Bruno unter anderem deshalb im Jahr 1600 sein Leben auf dem Scheiterhaufen lassen, weil er behauptet hatte, im Weltall gebe es unendlich viele andere Welten. Heute wird ein Wissenschaftler nicht mehr öffentlich verbrannt, wenn er über extrasolare Planeten spricht, doch das Arbeitsgebiet ist noch immer von Kontroversen geprägt. Die Astronomen kennen mittlerweile hundert Planeten auf Bahnen um andere Sterne. Das ist an sich schon eine aufregende Erweiterung unseres Weltbildes. Noch faszinierender ist allerdings die Entdeckung, dass einige dutzend extrasolare Planeten überhaupt nicht an einen Stern gebunden sind. Diese Himmelskörper treiben also frei durchs All, ohne einen Zentralstern zu umrunden. Damit gehören sie zu den am heftigsten diskutierten Objekten, die bisher bei der Suche nach anderen Welten gefunden wurden.

Das Problem dabei ist, dass sich die Astronomen bis heute nicht einig sind, was denn eigentlich unter einem Planeten zu verstehen sei. Die meisten der neu entdeckten Trabanten fremder Sterne sind größer als Jupiter, der größte Riesenplanet in unserem eigenen Sonnensystem. Manche von ihnen haben mehr als die zehnfache Masse des Jupiters. Das reicht schon nahe an die Untergrenze eines anderen Typs substellarer Himmelskörper heran, der so genannten Braunen Zwerge. Dies sind gewissermaßen missratene Sterne: Ihre Masse ist zu klein und die Dichte in ihrem Inneren zu gering, als dass dort Wasserstoff zu Helium verschmelzen könnte. Die Massen von Braunen Zwergen liegen zwischen denen von Planeten und wahren Sternen, doch eine genaue Abgrenzung dieser verschiedenen Himmelskörper-Typen ist noch etwas unklar. Verwirrenderweise gibt es sogar Hinweise darauf, dass Braune Zwerge selbst Planeten haben können.

Andererseits sind einige der frei treibenden Planeten kaum größer als der Jupiter. Doch ihr bloßes Vorhandensein stel