Kosmologie
Das expandierende Universum
Nach Jahren der Ungewissheit haben Astronomen genügend Datenmaterial gesammelt, um die Expansionsbewegung des Kosmos, beschrieben durch die so genannte Hubble-Konstante, berechnen zu können.
Wendy L. Freedman
Am Ende einer solchen Nacht geschah es: Wegen einer fehlerhaften Position des Fernrohrs blieb ein Fahrstuhl stecken – und damit war es mir unmöglich, die Beobachterkabine zu verlassen. Das bedeutete mehr als nur eine kleine Unbequemlichkeit: Immerhin befand sich die nächste Toilette zwölf Meter unterhalb von mir. Und ich war höchst unbequem in zwei dicke Schneeanzüge verpackt. Es dauerte sieben Stunden, bis endlich eine Gruppe von Technikern eintraf – sie mussten erst den Berg hinauffahren, und unterwegs hatten sie noch eine Reifenpanne. Meine Retter kletterten an der Seite der Kuppel hoch und bekamen den eingeklemmten Fahrstuhl endlich mit einer Brechstange wieder frei. Warum nur nimmt ein Wissenschaftler solche Unannehmlichkeiten auf sich?
Als beobachtende Kosmologin kann ich versichern, dass der Erfolg die gelegentlichen Unbequemlichkeiten mehr als wettmacht. Das Ziel ist anspruchsvoll: Meine Kollegen und ich wollen herausfinden, wie das Universum entstanden ist und wie es sich entwickelt hat. Unsere langwierigen Beobachtungen und Experimente liefern uns letztlich wichtige Zahlen: die Werte der so genannten kosmologischen Parameter. Diese Zahlen können uns wichtige Dinge über den Kosmos sagen, nämlich wie viel Materie es gibt, ob der Raum gekrümmt oder flach ist und ob das Universum für alle Zeiten expandiert oder irgendwann wieder in sich zusa


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