Tagebuch
Perlen der Mathematik oder das merkwürdige Liebesleben der Schottky-Kreise
Bereits die Ankündigung löst hektische Aktivitäten aus. Man sieht sich genötigt, die bisher gehaltenen Referate (das eigene eingeschlossen) jetzt endlich wirklich zu verstehen, präpariert bunte Powerpoint-Dateien und übt emsig an der Vermeidung nichtssagender Füllwörter. Requisiten sind zu beschaffen (Wo kriegt man eine brauchbare Riemann-Sphäre her? Volleyball?), die Beiträge von vier Einzelpersonen sind zu einem überzeugenden Ganzen zu koordinieren, und ein zugkräftiger Titel will gefunden werden. Bei uns geht es unter anderem um die Paarung von Kreisen; das gibt einen guten Titel, auch wenn nicht unmittelbar klar ist, was an diesen speziellen Möbius-Transformationen so sexy ist. Einerlei: Komplexe Zahlen sind in jedem Fall ein lustvolles Vorspiel (für den, der's mag ).
Hüpfende Elektronen
Wir erleben beeindruckende Arbeitsergebnisse, von denen ein Lehrer im Schulalltag nur träumen kann. Nach vier Tagen Arbeit haben die Experimentalphysiker ihren Aufbau endlich so weit, dass eine Kerze auf dem beschleunigten Wägelchen durch den Fahrtwind in reproduzierbarer Weise ausgeblasen wird. Die Chemiker haben wenig Mühe, die angelieferten Pülverchen in Reagenzgläschen anzurühren und irgendwelche Farbwechsel zu beobachten; dafür beeindrucken (zumindest mich Nichtchemiker) die tief gehenden quantenmechanischen Darlegungen darüber, warum ausgerechnet eine Komplexbindung die Elektronen veranlasst, so von Energieniveau zu Energieniveau zu hüpfen, dass man brillante Farben sieht. Die Poeten animieren uns zu dichterischen Übungen, und die Philosophen diskutieren unversehens mit dem Publikum über schwierigste Fragen, die in der Dreiviertelstunde beim besten Willen keinen Platz finden. Und was machen unsere Mathematiker?
Das erfahren wir erst in der Nachbesprechung der Kursleiter untereinander. Angeblich sind sie grandios gescheitert bei dem Versuch, den vielen Stoff geordnet darzustellen. Das kann sogar sein; wir haben in der Tat ziemlich viel gemacht. Wir Kursleiter sind trotzdem beglückt, wie weit wir gekommen sind. Das sah zwischendurch ziemlich düster aus.
Am Ende der Besprechung vergeben wir dann doch Schulnoten für die Präsentationen. Der Durchschnitt liegt zwischen 2 und 3. Als wir das unseren Leuten mitteilen, gibt es sehr bedröppelte Gesichter. Die sind Noten unterhalb der Eins einfach nicht gewohnt
Die wahre Rangfolge der Wissenschaften zeigt sich erst im Volleyballturnier am Abend. Die Mannschaft der Kursleiter scheidet in der Vorrunde aus (das wäre noch deutlich schlimmer gekommen, wenn ich mitgespielt hätte). Im Endspiel müssen sich die Philosophen den Mathematikern nach hartem Kampf, aber deutlich geschlagen geben.
Christoph Pöppe



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1. Ja, die Rotation auf der Schülerakademie ...
26.07.2007, Florian Modler, Sarstedtauch ich hatte letztes Jahr das Riesen-Glück, an der Deutschen Schülerakademie im Kurs "Geometrie - unheimlich und wunderbar" teilzunehmen. Und auch wir mussten eine Präsentation für die Teilnehmer der anderen Kurse bei der Rotation vorbereiten. Da Geometrie immer sehr anschaulich ist, hatten wir eigentlich kaum Probleme, den Stoff sachgerecht, aber auch spannend zu vermitteln, und ich war sehr positiv überrascht, wie sehr sich auch Chemiker oder Physiker und auch die Literaten für die Mathematik begeistern können. Sie haben uns sogar einmal auf einen kleinen Fehler aufmerksam gemacht.
Des Weiteren war es eine tolle Erfahrung, zu sehen, was die anderen Kurse so auf die Beine gestellt haben. Dies war zuweilen sehr beeindruckend und spannend.
Ich wünsche Ihnen, lieber Herr Pöppe, viel Spaß für die zweite Halbzeit. Genießen Sie die Zeit. Es wird eine sehr schöne, lehrreiche und freundliche Zeit werden.
Ich bin Sonntag erst vom 2. Nachtreffen der Schülerakademie-Gruppe Grovesmühle heimgekehrt, und wir alle vermissen sehr das Akademie-Feeling.
Ich bin gespannt auf ihre Artikel im "Spektrum" über die Akademie und hoffe, dass wir dann etwas mehr vom Stoff erfahren. Somit viele Grüße
Ihr treuer Fan (:-D)
Florian Modler