Evolution
Es war einmal in Südamerika
Riesenfaultier und Beutelsäbelzahnkatze – in uraltem Vulkangestein eingeschlossene Fossilien helfen, die Evolution der Säuger Südamerikas zu verstehen.
Im Lauf von Jahrmillionen türmen sich Sedimente und vulkanische Gesteine zum Gebirge auf, werden ein Teil der heutigen Anden Zentralchiles. Unser Team stieß 1988 auf die ersten versteinerten Knochen, als es im Hochtal des Rio Tinguiririca, in der Nähe der Grenze zu Argentinien, nach Dinosaurierfossilien suchte. Seitdem kommen wir fast jedes Jahr wieder und haben an ein paar Dutzend Fundstellen über 1500 Fossilien prähistorischer Säugetiere frei gelegt.
Doch nicht nur das reiche Vorkommen lohnt die Mühe. Zu unserer Verblüffung datierten unsere Laboruntersuchungen die Tiere auf ein Alter von vierzig bis zehn Millionen Jahren vor heute, eine Zeit, aus der man bislang von Südamerika kaum Funde hatte. Einige dieser einzigartigen Fossilien werfen deshalb Licht auf ein bisher ungeklärtes Kapitel in der Geschichte südamerikanischer Säugetiere und Ökosysteme.


John J. Flynn, André R. Wyss und Reynaldo Charrier sind seit zwanzig Jahren als Fossilienjäger in den Anden Chiles unterwegs. Flynn ist Leiter und Kurator der Abteilung für Paläontologie des Naturhistorischen Museums von New York, Wyss lehrt Geowissenschaften an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara und Charrier Geologie an der Universität von Chile in Santiago.
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