Neurologie
Fenster ins Gehirn
Bisher galten sie als störendes nervöses Zucken. Nun ist klar, dass wir ohne eine bestimmte Sorte winziger, unbewusster Augenbewegungen nicht sehen könnten. Mehr noch: Die Zuckungen verraten auch unterschwellige Gedanken.
Während Sie diesen Text lesen, bewegen sich Ihre Augen in kleinen Sprüngen von links nach rechts und bleiben kurz bei jedem Wort hängen. Ähnliches geschieht, wenn Sie zum Beispiel ein Gesicht betrachten. Auch dann drehen sich Ihre Augäpfel ruckartig hin und her, wobei der Blick jeweils für einen Moment auf hervorstechenden Merkmalen wie Mund oder Nase ruht. Mit etwas Übung können Sie diese Sprünge bei sich selbst feststellen und bewusst steuern.
Solche großen, willentlichen Augenbewegungen heißen wissenschaftlich Sakkaden. Es handelt sich allerdings nur um einen Bruchteil dessen, was Ihre Augenmuskeln tagtäglich an Zuckungen vollführen. Tatsächlich bleiben sie nie still, selbst wenn der Blick scheinbar starr auf einen Punkt gerichtet ist. Auch während Ihre Augen ein Objekt fixieren, was sie in achtzig Prozent der Wachzeit tun, ruckeln und wackeln sie unmerklich hin und her. Diese Bewegungen haben sich als unerlässlich für


Susana Martinez-Conde hat an der Universität von Santiago de Compostela in Spanien in Medizin und Chirurgie promoviert. Sie leitet die Arbeitsgruppe Visuelle Neurowissenschaften am Barrow Neurological Institute in Phönix (Arizona). Dort ist Stephen L. Macknik Direktor des Laboratoriums für Verhaltensneurophysiologie. Sein Doktorgrad in Neurobiologie stammt von der Harvard-Universität in Cambridge (Massachusetts).
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1. Astronauten-Sehleistungen
04.12.2007, Bernd Vier, DortmundEr berichtet davon, dass bei den ersten Gemini-Raumflügen Anfang der 1960'er Jahre bei den Astronauten aussergewöhnliche Sehleistungen entdeckt wurden.
Die Astronauten konnten demnach aus ihrer Himmelperspektive Gegenstände wie Schiffe oder grosse LKW's auf der Erdoberfläche erkennen, was Angesichts des Auflösungsvermögens des menschlichen Auges unter "Normalbedingungen" auf der Erde schlicht unmöglich sein sollte.
Bei Überprüfungen wurde dieses Phänomen dann aber bestätigt, es handelte sich nicht um Halluzinationen, die Sehschärfe der Astronauten war im Weltraum offensichtlich deutlich besser.
Die Erklärung verwies auf durch die Schwerelosigkeit verminderte Reibung des Auges in der Augenhöhle, wodurch infolge einer Erhöhung "von Außmaß und Schnelligkeit" des (im Artikel beschriebenen) Augentremors mehr Netzhautzellen bei der Registrierung des Bildes einbezogen werden, was dann zu der erhöhten Sehschärfe bei den Astronauten führen soll.
Ob diese Erklärung heute noch trägt ist mir nicht bekannt.
Bernd Vier, Dortmund