Bei Diabetes, rheumatoider Arthritis oder multipler
Sklerose können Mediziner im Blut Vorboten nachweisen
– oft schon Jahre vor dem Ausbruch der Erkrankung. Dieser lässt sich so vielleicht künftig verzögern
oder gar verhindern.
Als Anne schließlich einen Neurologen
aufsucht, stellt der eine multiple
Sklerose fest. Es fing damit
an, dass die Frau einen Tages in
der rechten Hand keinen Stift mehr halten
konnte. Wochen später zog der rechte Fuß
beim Gehen nach. Die Symptome verschlimmerten
sich in den folgenden Monaten.
Multiple Sklerose gehört zu den so genannten
Autoimmunkrankheiten. Fälschlicherweise
greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe
an, bei dieser Erkrankung die Hüllen
um lange Nervenfasern.
Über 40 verschiedene Autoimmunerkrankungen,
in manchen Aufstellungen noch deutlich
mehr, sind heute bekannt. An multipler
Sklerose leiden in Deutschland etwa 120 000
Menschen, an Typ-1-Diabetes – der so genannten
juvenilen Zuckerkrankheit, bei der
die Insulinzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört
sind – einige hunderttausend. Zu den bekannteren
und häufigen dieser Krankheiten
zählen unter anderem auch die rheumatoide
Arthritis oder chronische Polyarthritis und die
Zöliakie, bei der schwere Darmentzündungen
auftreten. Unter den Krankheits- und Todesursachen
stehen die Autoimmunleiden nach
den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs
an dritter Stelle. Sie dürften fünf bis acht Prozent
der Bevölkerung treffen – und verursachen
hohe Gesundheitskosten.
Neuere wissenschaftliche Befunde lassen
hoffen, dass sich diese Situation in absehbarer
Zeit verbessert. Denn offenbar bildet der Körper
bestimmte...