Energieversorgung
Amerikas Weg ins solare Zeitalter
Mit Hilfe von Sonnenenergie könnten die Vereinigten Staaten bis 2050 unabhängig von Ölimporten werden. Gleichzeitig würde landesweit die Emission von Treibhausgasen drastisch reduziert.
Längst haben Wissenschaftler, Ingenieure, Ökonomen und Politiker Vorschläge gemacht, wie sich der Verbrauch an fossilen Brennstoffen schrittweise reduzieren ließe. Diese reichen jedoch nicht aus. Insbesondere die USA benötigen ein umfassendes Konzept, um ihrer Abhängigkeit von fossilen Energien zu entkommen. Unsere Analysen zeigen, dass ein breit angelegter Umstieg auf Solarenergie die logische Antwort auf diese Herausforderung ist.
Solarenergie bietet ein immenses Potenzial: Durch Sonnenstrahlen gelangt binnen 40 Minuten so viel Energie auf unseren Planeten, wie wir derzeit weltweit während eines ganzen Jahres verbrauchen. Die USA befinden sich in der glücklichen Lage


Ken Zweibel, James Mason und Vasilis Fthenakis lernten sich vor zehn Jahren
kennen, als sie gemeinsam an einem
Projekt zur Ermittlung der Lebensdauer
von Solarzellen arbeiteten.
Zweibel ist Chef der Firma PrimeStar
Solar in Golden (Colorado). 15
Jahre lang war er Manager am ebenfalls
in Golden angesiedelten Nationalen
Labor für erneuerbare Energien
und dort für Dünnschicht-Technologien verantwortlich. Mason
ist Gründer des Unternehmens Solar
Energy Campaign und Direktor des
Instituts für Wasserstoffforschung
in Farmingdale im US-Bundesstaat
New York. Fthenakis leitet ein
Forschungszentrum
für Fotovoltaik
am Brookhaven National Laboratory
in Upton (New York) sowie ein
Zentrum an der New Yorker Columbia-
Universität, das sich mit
Lebenszyklusanalysen von Energieerzeugungssystemen
beschäftigt.
Hier lehrt er auch als Professor.
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1. Technikfolgenabschätzung?
01.03.2008, Ernst-M. Jaeckel, OftersheimEs zeigt sich immer wieder, dass die genialsten Lösungen bei Anwendung in der Masse zu neuen Problemen führen, warum nicht auch hier?
2. Die beste Idee, die wir je aus den USA gehört haben
03.03.2008, Dr. Michael JutzlerAber was machen Staaten wie Ägypten und Iran: Setzten doch tatsächlich auf Kerntechnik!
Beim Iran wissen wir, wieso...
Mit den Möglichkeiten der Sahara könnten man 2 Europas versorgen.
Noch eine solar-thermische Variante wurde vergessen: es gibt auch noch die "Aufwindkraftwerke, wo unter einer sich nach oben verengenden Haube eine schwarze Fläche solar aufgeheizt wird und davon Heißluft kaminartig aufsteigt. Am oberen Ende dann die Turbine.
Wie sagten schon die Grünen: der einzige Fusionreaktor, mit dem wir leben können (und wollen), ist 150 Mio km weit weg ...
3. Fast schon billig
05.03.2008, Roland Schnack, StuttgartVergleicht man diese Summe einmal mit den Aufwendungen, die West-Deutschland für das gescheiterte Projekt DDR bislang bezahlt hat, und das es jährlich immer noch mit 65 Milliarden Euro (!) - wer weiß wie lange noch - fortsetzt, ist das ein geradezu lächerlicher Betrag. In nicht einmal 4,5 Jahren haben wir diese gesamte Summe schon berappt. D.h. diesen großen Masterplan der USA haben wir schon drei mal bezahlt! Das kann für die USA doch wirklich kein Problem sein.
In welchem "Masterplan" unser Geld besser angelegt worden wäre, überlasse ich dem geneigten Leser.
4. Kernenergie ist schlecht?
08.03.2008, Jonas Reuter, BonnDas Ziel Deutschlands ist erklärtermaßen, den Kohlenstoffdioxidausstoß zu verringern. Dazu soll bis zum Jahr 2020 der Anteil der Alternativen Energieformen am Energiemix auf bis zu 30% erhöht werden. Ein wünschenswertes Ziel.
Aber in der gleichen Zeit soll der Atomaustieg vollzogen werden. Deutschland hat einen Anteil von 28% Atomenergie am gesamten Energiemix. Das heißt, wenn wir aus der Atomenergie aussteigen und die Alternativen Energien ausbauen, ändert sich nichts am Anteil von Kohle- und Erdöl am Energiemix und der CO2 Ausstoß wird nur minimal verringert. Das ist auch gefährlich. Sogar sehr sicher, denn es treibt den Klimawandel an.
Was also getan werden soll, ist eine mögliche Gefahr (Atomkraftwerke) gegen eine sichere Gefahr (Klimawandel) einzutauschen. Kein guter Tausch. Vor allem, da die Ängste vor Atomkraftwerken größtenteils durch den Gau von Tschernobyl getragen werden. Jedoch hätte dieser Gau verhindert werden können, wenn alle Sicherheitstests vor der Inbetriebnahme des Reaktors durchgeführt worden wären. Zudem wird dieser relativ unsichere Reaktortyp nicht mehr gebaut, womit die Risiken doch stark dezimiert wären.
Außerdem bleibt der Risikofaktor eines Unfalls in einem Kohlekraftwerk. Beispielweise wenn es einen Brand gäbe und das Kraftwerk explodieren würde. Dann würde überall Kohlestaub verteilt werden und somit lägen die Feinstaubwerte sicher so hoch wie in Discotheken oder Bars.
5. Doch teurer
10.03.2008, Stefan Starke, FriedrichshafenLeider hat er eine Schwäche: Er unterscheidet beim Strom nicht zwischen Erzeugungs- und Endkundenpreisen.
Die Erzeugung aus konventionellen Quellen kostet in der USA rund 5 US-Cent, derzeit etwa 3,3 Euro-Cent. Der amerikanische Verbraucher wird für seinen Strom deutlich mehr zahlen.
Genauso in Deutschland. Gregor Czisch spricht von 4,65 Euro-Cent für die Erzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2020. Das liegt unter den fünf bis sechs Cent , die zur Zeit an der Leipziger Börse gehandelt werden. Siehe unter www.eex.com.
Zum Erzeugerpreis kommen Gebühren für die Netznutzung und Konzessionen hinzu und 2,05 Cent Stromsteuer. Am Ende steht der durchschnittliche Nettopreis von 15,36 Cent, den private Endkunden im Jahr 2006 gezahlt haben.
P.S. Ich bin Mitarbeiter eines Stadtwerks
6. Gelassenheit bewahren!
10.03.2008, Reiner Vogels, Swisttal-OdendorfAuch wenn überall in der Welt neue Kernkraftwerke geplant und gebaut werden - in Finnland sogar mit Zustimmung der Sozialdemokraten - ist es vielleicht nicht verkehrt, daß in Deutschland der Versuch unternommen wird, auf Kernkraft zu verzichten.
Begründung: In ein paar Jahren wird sich ganz ohne Frage herausstellen, daß dieser Versuch zum Scheitern verurteit ist. Dies wird zu einer Renaissance der Kernenergie führen. Man kann eben einen Industriestaat, in dem Stahl erzeugt, Zement produziert, Aluminum geschmolzen, chemische Industrie betrieben wird ..., in dem im übrigen auch die normalen Bürger verlangen, daß sie ihre Computer jederzeit betreiben und jederzeit einen Fahrstuhl benutzen können und nicht nur, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, nicht auf verläßliche und bezahlbare elektrische Energie verzichten. In einer Zeit, in der die Menschheit wächst, in der in den Schwellenländern die Energienachfrage dramatisch steigt, was die Preise fossiler Energien auf immer neue Rekordhöhen treibt, ist die Kernenergie die einzige realistische Alternative, die die Menschheit hat.
Geradezu putzig habe ich übrigens den Vorschlag gefunden, elektrische Energie in Form von riesigen Druckluftspeichern zu speichern. Ein solcher Vorschlag kann wohl nur in einem Volk gemacht werden, in dem der naturwissenschaftliche Unterricht an den Schulen seit Jahrzehnten vernachlässigt wird: In einer naturwissenschaftlich gebildeteren Bevölkerung wüßten die Menschen, daß beim Komprimieren von Gasen in großem Maßstab Energie durch Wärmeentwicklung verloren geht, die nicht wiedergeholt werden kann. Druckluftspeicher dürften daher wohl kaum wirtschaftlich und effizient sein. Sie wären wahre Energieverschwender.
7. Energie-Input-Output Rechnung?
18.03.2008, Ole Fischer, PagazzanoABER:
sogar ein grobes Überschlagen der benötigten Energiemenge für
- das Bauen der Infrastrukturen, die für die Herstellung der benötigten Komponenten erforderlich sind
- die Förderung, den Transport und die Umwandlung der benötigten Rohmaterialien
- die Herstellung der benötigten Komponenten
- den Transport derselben zu den ausgewählten Bauplätzen
- das Bauen der Anlagen
wird schnell zeigen, dass die Anlagen für eine lange Zeit arbeiten müssten, um überhaupt "Energie-neutral" zu werden.
Ganz abgesehen davon, dass all das für die obigen Aspekte benötigte Öl einfach nicht mehr verfügbar ist - als Beispiel sei nur genannt, dass Shell heute bekannt gegeben hat, dass die noch im Jahr 2007 genannten Ölreserven der Firma halbiert werden müssen. Den anderen Ölfirmen geht es nicht besser.
...und die erklärten Ölreserven im Mittleren Osten?
Die hatten sich während der Ölkrise in allen Golfanrainerstaaten über Nacht verdoppelt, als die OPEC sich entschlossen hatte, die Förderquoten für die einzelnen Mitgliederstaaten anhand ihrer erklärten Reserven zu berechnen...
Eine unabhängige Überprüfung der dortigen erklärten Reserven ist nie genehmigt worden...
8. Revolutionärer US-Solarplan?
19.03.2008, Johannes Stankowskiwir von den Energiekonzernen "verarscht" und ausgebeutet werden, und nichts anderes.
Man könnte im großen Stil eine kWh Solarstrom locker unter 5 Eurocent herstellen, daraus Wasserstoff produzieren und den in alle Welt transportieren, den Beweis trete ich an. Auch die beschriebene Umstellungsfrist bis 2050 ist nicht revolutionär, sondern eher das Gegenteil. Da der Verbraucher sowieso zahlt, könnte man die Umstellung innerhalb von 10 Jahren schaffen, aber das ist nicht gewollt. Selbst eine Umstellung bis 2018 wäre nicht revolutionär, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit, angesichts der Tatsache, dass das Klima umkippt und die nächsten Generationen dafür zahlen müssen. Ich frage mich ehrlich gesagt, wie lange die Leute noch schlafen, bis sie endlich merken, was für eine
"Megaschweinerei" abläuft.
9. Solarenergie ja - aber so nicht
25.03.2008, Hans Neeracher, CH-4586 Kyburg-Buchegg10. Energiespeicherung mangelhaft
04.04.2008, Dieter Sulzbacher, Traismauer11. Nicht ausreichend berücksichtigt
10.04.2008, Lorenz Friess, Ulmberücksichtigt:
1. Energiespeicherung als Druckluft: beim Komprimieren entsteht sehr viel Wärme, die abgeführt werden muß - vergeudete Energie.
Im umgekehrten Prozess kühlt das Gas ab, der Druck fällt.
Insgesamt ein schlechter Wirkungsgrad - selbst wenn Energie scheinbar unbeschränkt zur Verfügung steht.
2. Das Hochspannungsnetz mit Gleichspannung: Wie wird die Spannung für den Transport des Stroms erzeugt und wie wieder für die Haushalte auf brauchbare Spannung transformiert?
Außerdem ist die gesamte Infrastruktur auf Wechselspannung aufgebaut.
3. Die Bedeutung des Öls als Rohstoff beispielsweise für die chemische Industrie wird nicht erwähnt (ebenso zum Beispiel für die Luftfahrt).
12. Makulatur
10.04.2008, Alfred GottschalkSehr amüsant auch zu lesen die Überlegungen des Herrn Czisch zur Wende in der Energieversorgung Europas und seiner Nachbarn. Hier fallen zu den technischen und ökonomischen Fehleinschätzungen auch noch die politischen Unkalkulierbarkeiten ins Gewicht.
Ein Trost, dass Sie in Ihrem Aprilheft mit dem Beitrag von Prof. Kleinknecht einen Realisten zu Wort kommen lassen, dessen Einschätzungen unsere weitgehend von ideologischen und populistischen Grundsätzen motivierten Politiker sich hinter die Ohren schreiben sollten.
13. Blick zurück
04.05.2008, Andreas Wennemann, Bad CambergWas wäre aus diesem Aufbruch geworden, wenn nicht ein wesentlicher Bestandteil die Ablösung der alten Holz- und Holzkohlewirtschaft von einer moderneren Wirtschaft auf Grundlage von Steinkohle, Braunkohle, Erdgas, Erdöl und später auch Atomenergie gewesen wäre.
Eine Aufgabe, welche unsere historischen Vorfahren zu lösen hatten und mit Hilfe der überwiegend fossilen Energiequellen beantworteten.
Auf ihren Schultern steht unsere Generation. Wir haben eine andere Aufgabe - Resourcenschonung im Rohstoffsektor und Ablösung der jetzt veralteten, nicht mehr zeitgemäßen Energieformen durch nachhaltige, regenerative Energien.
Scheitern wir daran, wird es global unsausweichlich zu einem großflächigen Zusammenbruch unserer heutigen Lebensweise kommen.
Ob unsere jetzigen (alten?) politischen und wirtschaftlichen Manager diese Wende vollbringen können, bleibt abzuwarten. Historisch waren es beispielsweise Bergbauingenieure, welche ihren Teil zum Nachhaltigkeitsbegriff in der Forstwirtschaft beigetragen haben.
Machen wir uns ans Werk - wir können dabei eigentlich nur gewinnen!
14. Makulatur?
23.06.2008, Michael Treiß15. Schon 30 Jahre vertan
04.08.2008, Manfred StibanerDas erinnert mich an einen uralten Bericht aus der Zeitschrift Elektronik in den 80er Jahren. Schon dort wurde ein ähnliches Konzept vorgestellt - wie wir wissen, wurde aber niemals eine Realisierung versucht. Schade. Inzwischen sind ca. 30 Jahre vertan worden, ohne diesen Gedanken ernsthaft aufzugreifen.
16. Wo bleibt der Wasserstoff in der Debatte?
28.10.2008, Manfred Theiß, Leonding, ÖsterreichDabei gibt es auf dieser Welt nichts so reichlich wie Wasser!
Gekoppelt mit Erzeugung aus Solarenergie (Primärenergieeinsatz gratis!) ist dies sicher ein wesentlicher Teil der zukünftigen Energieversorgung.
Ganz nebenbei ist das Verbrennungsprodukt das umweltverträglichste überhaupt, nämlich Wasser!
Dass dieser Brennstoff immer totgeschwiegen wird, deutet darauf hin, dass weder Politik noch Wirtschaft ernsthaft an einer Umstellung interessiert sind, wohl auch deswegen, weil die Erdölmultis aller Welt sich in allen wichtigen Industriebereichen mit Sperrminoritäten eingekauft haben (siehe Greenpeace-Auto Twingo Smile) sowie sofort alle für sie potentiell gefährlichen Patente aufkaufen.
Bleibt nur zu hoffen, dass diese Kurzsichtigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber kommenden Generationen nicht uns allen einmal auf den Kopf fallen wird.
Ich finde es schade, wie viele vielversprechende zukunftsträchtige Jobs auf diese Art verhindert wurden und immer noch werden, ganz zu schweigen von dem zu erwartenden Innovationsschub durch die Förderung neuer Technologien.
Schade, dass hier ganz offensichtlich auch die Politik geknebelt ist, die hier bedächtig langsam reagiert.