Weltklima
Vermischung von Wissenschaft und Politik
Sven Titz über "Der UN-Weltklimareport" von Michael Müller, Ursula Fuentes und Harald Kohl
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Der Rezensent ist promovierter Meteorologe und
freier Journalist in Berlin.
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1. Warnung vor Missbrauch der Wissenschaft
13.03.2008, Dr.-Ing. Adalbert Rabich, DülmenLeider ist es heute häufig so, dass die Wissenschaft als Magd der Politik missbraucht wird, obwohl für den Maßstab der in der höheren Rechtsprechung übliche "Stand der Wissenschaft" benutzt werden sollte, d. h. der objektive, verfügbare Erkenntnis- und Wissensstand mit höchstem Niveau. Und dabei kann es nicht sein, dass einzelne "Wissenschaftler" oder Gruppen von Wissenschaftlern bestimmen, was der Stand ist. Der Gummi-Begriff der herrschenden Meinung kann gerade im Klimabereich verführen, die entgegenstehenden Kritiker einfach zu negieren oder sie abzuqualifizieren. Das Umweltbundesamt gesteht in seinem Report zum Klimaschutz, dass die Endfassungen der Meinungsbildung auf dem Mammut-Kongress IPCC nur über einen Kompromiss zustande kommen und dass einige Teilnehmer sich dort nicht wiederfinden. Für einen mit Schlussfassungen von Kommissionen Vertrauten ist das nichts Neues. Das Institut für Qualitätssicherung in Stoffsystemen, TU Freiberg kann keine kritische Haltung der Metereologen und Klimaforscher zur Frage der Verlässlichkeit der den Modellen zugrunde gelegten Daten feststellen, und warum? Entspricht die Probenahme dem neuesten Stand der Technik?
Das Umweltministerium hat einen Beirat, der als sachverständig operiert, aber dem es offensichtlich in der Zusammensetzung an Ausgewogenheit und Objektivität fehlt. Hier sollte man sich streng an die Regeln für eine Normenherstellung halten, d. h., auch "Abweichler" sollten beim Zustandekommen mitwirken. Das Risiko einer Verschiebung der Dringlichkeiten in den politischen Aufgaben durch ein Betonen parteipolitischer Zielsetzungen wird dem Zustand unserer Welt und den tatsächlichen globalen Prozessen nicht gerecht, wenn die naturwissenschaftlich basierten Erkenntnisse nicht fundamentiert sind.
Dem Spektrum der Wissenschaft sollte Lob gezollt werden, weil es das Vermengen von geistigen Ideen und realen Fakten zur Sprache bringt und zu wissenschaftlichen Diskussionen anregt. Das lässt hoffen.