Als er seine Theorie der multiplen Universen veröffentlichte, wurde sie
von der physikalischen Gemeinde schlichtweg ignoriert. Zu Unrecht,
wie sich später herausstellte. Doch Hugh Everett hatte der akademischen
Welt schon den Rücken gekehrt und war ans Pentagon gewechselt.
Hugh Everett war ein brillanter Mathematiker,
ein begnadeter Quantentheoretiker und Weltbildzertrümmerer.
Schon in jungen Jahren bereicherte
er die Physik um eine neue Auffassung
der Wirklichkeit. Später in seinem Leben
wurde er allerdings Chef einer erfolgreichen
Firma im Militärsektor. Dies verschaffte ihm –
in Zeiten, in denen der nukleare Overkill
drohte – Zugang zu den bestgehüteten Militärgeheimnissen
der USA und verhalf ihm sogar
zu Einfluss auf den Lauf der Weltgeschichte. In
der Welt der Sciencefiction schließlich ist er
ein Held, nämlich der Mann, der die Quantentheorie
der multiplen Universen ersann.
Für seine Kinder war er wieder jemand anderes:
ein emotional abwesender, unerreichbarer
Vater, "ein Möbelstück, das am Esszimmertisch
saß" und eine Zigarrette in der Hand
hielt. Der Kettenraucher und Gewohnheitstrinker
starb mit nur 51 Jahren. Dies jedenfalls
war sein Leben in unserem Teil des Universums.
Ist die Viele-Welten-Theorie korrekt, die
Everett Mitte der 1950er Jahre als Student an
der Universität Princeton formulierte, nahm es
aber auch viele weitere Wege – nämlich jeweils
andere in einer Unzahl von Paralleluniversen.
Seine bahnbrechenden Arbeiten überwanden
einen theoretischen Engpass in der Quantenmechanik:
die Erklärung des...