Evolution
Der neue Stammbaum der Katzen
Wie die Evolution der Katzen ablief, offenbart nun ihr Erbgut. Durch akribische Genanalysen sind die Verwandtschaftsverhältnisse vom Löwen bis hin zum »Stubentiger« endlich klar geworden.
Bis vor Kurzem stand nicht einmal fest, wie viele Arten von Katzen (wissenschaftlich Feliden) heute existieren. Auch waren deren Verwandtschaftsbeziehungen oft keineswegs klar. Zumindest über die Artenzahl herrscht inzwischen weit gehend Einigkeit: Demnach gliedert sich die Familie der Feliden in 37 Spezies, rechnet man die Hauskatze als eigene Art. Diese Arten in einen Stammbaum zu sortieren macht allerdings Schwierigkeiten, wie an den dutzenden Vorschlägen hierzu erkennbar. Manche Forscher möchten sämtliche Katzenarten auf nur zwei Gattungen – Genera – aufteilen.
Dann gäbe es nur zwei Gruppen aus jeweils eng zusammengehörenden Arten. Andere plädieren für bis zu 23 Gattungen, was bedeuten würde


Stephen J. O’Brien leitet
am nationalen Krebsinstitut der
amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitute
in Bethesda (Maryland)
das Labor für Genomische
Vielfalt, das er Ende der 1980er
Jahre gründete. bei »Spektrum der
Wissenschaft« erschienen schon
mehrere Artikel von ihm. 2006 veröffentlichte
er einen Chromosomenatlas
der Säugetiere.
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