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Umwelt: Mangrovenschwund bedroht Fischerei

Rote Mangrove
Mangrovenwälder sind wichtige Ökosysteme tropischer und subtropischer Küstenregionen. Doch sie fallen in zunehmendem Maße der Erschließung der Küsten für Landwirtschaft, Siedlungsflächen oder den Tourismus zum Opfer. Weltweit wurden Schätzungen zufolge bereits mehr als die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Mangrovenwälder vernichtet. Schon in 20 Jahren könnten sie völlig verschwunden sein.

Weil die Wälder in der Gezeitenzone Brut- und Futterplatz für ein Drittel der kommerziell genutzten Fischarten sind, wirkt sich ihre Zerstörung negativ auf die einheimische Fischerei aus. Eine Gruppe US-amerikanischer und mexikanischer Forscher um Octavio Aburto-Oropeza von der Scripps Institution of Oceanography in San Diego (Kalifornien) hat diesen Zusammenhang erstmals umfassend dokumentiert. Sie verglich die Fangergebnisse in 13 Küstengebieten im Nordwesten Mexikos mit den dort noch vorhandenen Mangrovenwäldern. Diese schrumpfen auch hier jährlich um etwa zwei Prozent. Die Wissenschaftler fanden eine eindeutige Beziehung: Je größer die noch intakten Wälder, desto höher die erzielten Fangmengen; wenn die salztoleranten Pflanzen mit ihren Stelzwurzeln verschwinden, dann gehen auch die Fischbestände zurück.

Der ökonomische Nutzen der Mangrovenwälder ist damit unmittelbarer als bisher angenommen und wird zudem offenbar stark unterschätzt. Die Forscher kommen auf einen Wert von fast 25000 Euro pro Hektar und Jahr. Auf zehn Jahre hochgerechnet, ergibt sich mehr als das 300fache der von der mexikanischen Regierung genannten offiziellen Zahl.

Jan Hattenbach

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