Teilchenphysik
Weltbild vor dem Umbruch
In der neuen Welt, die wir damit betreten, werden wir vermutlich erfahren, was die Trennung zwischen zwei der vier fundamentalen Naturkräfte – schwache und elektromagnetische Wechselwirkung – verursacht. Daraus ergeben sich auch neue Antworten auf einfache, grundlegende Fragen wie: Warum gibt es Atome? Warum Chemie? Wieso existiert überhaupt stabile Materie?
Der Nachweis des Higgs-Teilchens ist dabei ein entscheidender Schritt – aber nur der erste. Jenseits davon liegen Phänomene, die uns vielleicht eine Erklärung dafür liefern, warum die Gravitation so viel schwächer ist als die anderen Naturkräfte und woraus die geheimnisvolle Dunkle Materie besteht, die das Universum erfüllt. Noch tiefer geht die Hoffnung, Einsichten in das Wesen der unterschiedlichen Arten von Materie, in das verbindende Element zwischen äußerlich grundverschiedenen Teilchenkategorien und in die Natur der Raumzeit zu erlangen. All die großen Fragen in der heutigen Physik und Kosmologie scheinen sowohl untereinander als auch mit der Theorie, die einst zur Vorhersage des Higgs-Teilchens führte, verknüpft zu sein. Der LHC wird uns helfen, diese Fragen zu verfeinern, und den Weg zu den Antworten aufzeigen.
Was die Physiker als "Standardmodell" der Teilchenphysik bezeichnen – um seinen vorläufigen Charakter anzudeuten –, liefert eine beeindruckende Deutung vieler Aspekte unserer Welt. Seine Hauptelemente kristallisierten sich in der aufregenden Zeit der 1970er und 1980er Jahre heraus, als eine Flut bahnbrechender experimenteller Befunde zu produktiven Diskussionen anregte, aus denen faszinierende neue Ideen erwuchsen. Vielen Teilchenphysikern erscheinen die vergangenen 15 Jahre nach dem kreativen Gären in den Jahrzehnten davor als Ära der Konsolidierung. Dabei gab es reichlich experimentelle Bestätigungen für das Standardmodell. Doch zugleich mehrten sich die Hinweise auf Phänomene jenseits seines Geltungsbereichs, und neue Theorien vermittelten eine Vorstellung davon, wie ein umfassenderes, vollständigeres Weltbild aussehen könnte


Chris Quigg leitet seit zehn Jahren am Fermi National Accelerator Laboratory die Abteilung für Theoretische
Physik. Von ihm stammt ein berühmtes Lehrbuch über die
so genannten Eichtheorien, die dem Standardmodell der Teilchenphysik zu Grunde liegen. Er schaut oft am Europäischen Kernforschungszentrum CERN vorbei. Wenn er einmal nicht dabei ist, den Weg zu den tiefsten
Geheimnissen der Natur zu bahnen, kann man ihn auf einem
von Frankreichs Fernwanderwegen antreffen.
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1. Glückwunsch zur Sonderausgabe!
26.10.2008, Joachim WernerWeiter so, auch mit den mathematischen Themen in den letzten Heften, die waren spannender als jeder Krimi!
Joachim Werner
2. Kompliment mit Klage
03.11.2008, Jürgen NakottSie sind schuld. Sie und Ihr Team.
Da hatte ich mir doch für das Wochenende vorgenommen, mindestens 250 Seiten von Tellkamps “Turm” zu lesen, und dann habe ich mich immer wieder in Ihrer Jubiläumsausgabe festgefressen. Ein tolles Heft, von dem ich zwar nicht alles, aber sehr viel von A bis Z gelesen habe. Ein Kompendium der aktuellen Fragen in der Wissenschaft, auf das ich in den kommenden Monaten sicher immer mal wieder zurückgreifen werde.
Gratulation an Redaktion und Autoren.