Semantisches Netz
Mein Computer versteht mich – allmählich
Die drei Visionäre beschrieben auch gleich die technischen Mittel, mit denen das Internet zu derartigen Leistungen fähig werden würde:
- eine gemeinsame Sprache für die Repräsentation von Daten, die alle Softwareagenten verstehen;
- Ontologien – Listen von Definitionen –, die Informationen aus unterschiedlichsten Quellen in allgemein verständliche Begriffe umzusetzen gestatten; und
- Regeln, mit deren Hilfe ein Softwareagent aus den so erschlossenen Informationen Schlüsse ziehen kann.
Alle drei zusammen sollten sich dem Nutzer gegenüber verhalten wie ein einziges riesiges Programm, welches das gesamte WWW umfasst. Es analysiert für seinen Nutzer nicht nur Informationen, die in hochformalisierter Weise in Online-Datenbanken gespeichert sind, sondern auch Daten zu Texten, Bildern, Videos und anderen Inhalten: die ganze wilde Vielfalt des Netzes.
Wie das Internet selbst sollte das semantische Netz auf anarchische Weise wachsen. Jeder kleine Webseitenanbieter trägt ein bisschen zu dem großen Werk bei, indem er seine Inhalte mit dem notwendigen Zubehör versieht. Eine Zentralgewalt gibt es nicht. Die unvermeidliche Koordinierungsarbeit erledigt das bereits etablierte World Wide Web Consortium (W3C), das allerdings in diesem Fall etwas mehr zu tun hat.
Nun – so schnell wie ursprünglich vorgesehen hat die Idee vom verstehenden Netz die Welt nicht erobert. Skeptiker haben von Anfang an befürchtet, sowohl die Bereitstellung als auch die Nutzung derart angereicherter Daten sei zu schwierig für den Allerweltsnutzer. Das glauben wir nicht. Die erforderlichen Technologien sind inzwischen den Kinderschuhen entwachsen. Eine hochaktive Gemeinschaft früher Anwender hat Standards erarbeitet, die allmählich die Nutzung immer bequemer gestalten. Einige Großunternehmen betreiben umfangreiche Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, das semantische Netz für firmeninterne Zwecke oder wissenschaftliche Recherchen zu nutzen


Alle fünf Autoren sind in unterschiedlichen
Projekten an der Entwicklung
des semantischen Netzes
beteiligt. Lee Feigenbaum (links
oben), früher bei IBM, ist stellvertretender
Leiter der Abteilung für
Technologie und Standards bei der
Firma Cambridge Semantics. Ivan
Herman (rechts oben) ist Projektleiter
für das semantische Netz
beim World Wide Web Consortium.
Tonya Hongsermeier (ohne Bild)
ist Geschäftsführerin für Wissensverwaltung
und Entscheidungshilfesysteme
der Firma Partners
Healthcare System. Eric Neumann
ist Chef der Firma Clinical Semantics
Group Consulting. Susie
Stephens war leitende Produktmanagerin
bei Oracle and wurde
kürzlich leitende Wissenschaftlerin
beim Pharmakonzern Eli Lilly.
abrufen




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1. Bemerkungen zum deutschen Standort Semantic Web
26.10.2008, PD Dr. Pascal Hitzler, KarlsruheAls Ergänzung zu dem aus dem Englischen übersetzten Artikel sei angemerkt, dass sich einige der führenden Standorte zum Semantic Web (im Artikel frei als "Semantisches Netz" übersetzt) in Deutschland befinden. Herhauszuheben sind zum Beispiel die folgenden Punkte.
* Einer der bekanntesten "Schlussfolgerer" (reasoner) für die Web Ontology Language OWL ist Racer, von Racer Systems GmbH & Co. KG Hamburg, http://www.racer-systems.com , einer Ausgründung der TU Hamburg-Harburg.
* Eine "semantische" Erweiterung der Wikipedia Software, genannt Semantic MediaWiki, http://semantic-mediawiki.org , wurde am Karlsruhe Institute for Technology (www.kit.edu)entwickelt. Sie ist weltweit an vielen Stellen im World Wide Web im Einsatz und ist die mit Abstand erfolgreichste Software dieser Art.
* Eine der federführenden Firmen mit Spezialisierung auf Semantic Web ist ontoprise GmbH Karlsruhe, http://www.ontoprise.de , eine Ausgründung aus der Universität Karlsruhe (TH).
* Die dieses Jahr gegründeten nationalen Zentren von Semantic Technologies International (STI), http://www.stigermany.de , mit Sitz in Berlin und Karlsruhe bündeln die Kommunikation von Forschungsresultaten zu Semantischen Technologien und deren kommerzielle Verwertung und bieten Dienstleistungen von STI für den deutschen Markt an.
* Öffentliche Drittmittelgeber in Deutschland unterstützen die Forschung zum Semantic Web. Erwähnt sei das BMBF Leitprojekt SmartWeb, http://www.smartweb-project.org , in dem der Zugriff auf Informationen im Semantic Web durch den Endnutzer im Szenario der Fussballweltmeisterschaft 2006 untersucht wurde.
* Das von der Europäischen Union geförderte Projekt NeOn - Lifecycle Support for Networked Ontologies, http://www.neon-project.org , entwickelt unter federführender deutscher Beteiligung Software-Werkzeuge zur Unterstützung von Anwendungsentwicklern.
PD Dr. Pascal Hitzler
Karlsruhe Institute of Technology
http://www.pascal-hitzler.de
2. Soso.
10.11.2008, Harald Kirsch, Düsseldorf3. Deutsche Sprache, schwere Sprache
10.11.2008, Harald Kirsch, Düsseldorf