Primzahlen sind die geheimnisvollen Grundbausteine
der Mathematik. So weiß bis heute niemand,
ob sich jede ganze Zahl als Summe zweier Primzahlen
schreiben lässt und wie viele Zwillinge unter
ihnen zu finden sind.
Einfach klingende Fragen können sich
in der Mathematik als äußerst vertrackt
herausstellen. Die besten Beispiele
stammen aus der Forschung
über Primzahlen, jene natürlichen Zahlen,
die sich nur durch 1 und sich selbst ohne
Rest teilen lassen: 2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, 19, 23,
29 … Für Don Zagier vom Max-Planck-Institut
für Mathematik in Bonn "gehören sie
trotz ihrer einfachen Definition zu den willkürlichsten,
widerspenstigsten Objekten, die
der Mathematiker studiert. Sie wachsen wie
Unkraut unter den natürlichen Zahlen, scheinen
keinem anderen Gesetz als dem Zufall
unterworfen". Zugleich zeigten sie aber "die
ungeheuerlichste Regelmäßigkeit auf und sind
durchaus Gesetzen unterworfen, denen sie
mit fast peinlicher Genauigkeit gehorchen".
Im Jahr 1742 schrieb der deutsche Gelehrte
Christian Goldbach (1690-1746) an seinen
Freund, den berühmten Mathematiker
Leonhard Euler (1707-1783), er vermute,
jede ganze Zahl größer als 5 lasse sich als
Summe von drei Primzahlen schreiben. Euler
formulierte in seiner Antwort an Goldbach
dessen Aussage in eine gleichwertige Behauptung
um: "Jede gerade Zahl ≥ 4 ist die Summe
zweier Primzahlen." Beispiele: 8=5+3,
22=11+11 und 100=53+47. An einem Beweis
scheiterte Euler genauso wie alle seine
Nachfolger in den nächsten 266 Jahren. Bis
heute haben sich die Mathematiker zwar an
die Vermutung herangepirscht, an einem vollständigen
Beweis bissen sich indes auch die
größten Meister die Zähne aus.
