Archäologie
Kernfamilie schon in der Steinzeit
Die ebenfalls untersuchten Strontium-Isotopenverhältnisse in den Zähnen lieferten Aufschluss über die Region, in der die Verstorbenen ihre Kindheit verbracht hatten. Sie stimmten bei den Eltern nicht überein, waren jedoch zwischen Vätern und Kindern identisch. Demnach wuchs die Mutter nicht am späteren Familiensitz auf, sondern zog erst bei der Heirat in die Sippe ihres Mannes. Alistair Pike von der University of Bristol sieht in diesem Brauch einen wichtigen Mechanismus, um Inzucht zu verhindern und gleichzeitig soziale Netzwerke zwischen räumlich getrennten Gemeinschaften zu knüpfen.
Auch auf die Frage, wieso Eltern und Kinder gleichzeitig starben, geben die Gräber eine plausible Antwort. Demnach waren sie Opfer eines gewalttätigen Angriffs. So wurde die Wirbelsäule einer Frau von einem Steingeschoss getroffen, zwei der Skelette weisen Schädelverletzungen auf und viele der Kinder zeigen Abwehrspuren an den Unterarmen. Da nur Kinder unter zehn und Erwachsene ab etwa dreißig Jahren beerdigt sind, schließen die Forscher, dass die jugendlichen Gruppenmitglieder den Angriff überlebten und zurückkamen, um die Toten zu beerdigen.
Sandra Czaja



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