Die Relativitätstheorie beschreibt, wie die Raumzeit im Großen unzählige verschiedene Formen anzunehmen vermag und das hervorruft, was wir als Schwerkraft wahrnehmen. Hingegen beschreibt die Quantentheorie die physikalischen Gesetze im atomaren und subatomaren Maßstab, wobei sie Gravitationseffekte völlig ignoriert. Eine Theorie der Quantengravitation soll das Wesen der Raumzeit in den kleinsten Größenordnungen – die Lücken zwischen den kleinsten bekannten Elementarteilchen – durch Quantengesetze beschreiben und womöglich durch gewisse fundamentale Bausteine erklären.
Oft wird die Superstringtheorie als aussichtsreichster Kandidat für diese Rolle angeführt, aber sie hat noch keine der drängenden Fragen zu beantworten vermocht. Vielmehr enthüllt sie aus ihrer inneren Logik heraus noch komplexere Schichten voll neuer, exotischer Zutaten und Beziehungen, die zu einer verwirrenden Vielfalt möglicher Resultate führen. Seit einigen Jahren entwickelt unser Team eine viel versprechende Alternative zu dieser dicht befahrenen Autobahn der theoretischen Physik. Wir folgen einem fast peinlich simplen Rezept: Man nehme ein paar einfache Zutaten, füge sie nach wohl bekannten Quantenregeln zusammen – nichts Exotisches –, rühre gut um, lasse den Teig ruhen, und fertig ist die Quantenraumzeit


Jan Ambjørn ist Mitglied der Königlich-Dänischen Akademie sowie
Professor am Niels-Bohr-Institut
in Kopenhagen und an der Universität
Utrecht (Niederlande). Jerzy
Jurkiewicz leitet die Abteilung für
Theorie komplexer Systeme am
Physikalischen Institut der Jagiellonischen
Universität in Kraków
(Polen). Unter anderem arbeitete er
am Niels-Bohr-Institut in Kopenhagen.
Renate Loll ist Professorin
an der Universität
Utrecht, wo sie
eine der größten europäischen
Gruppen zur Erforschung der
Quantengravitation leitet. Zuvor
arbeitete sie als Heisenberg-Stipendiatin
am Max-Planck-Institut für
Gravitationsphysik
in Potsdam.

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