Der Mathematische Monatskalender | 01.02.2009 |
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Februar 2009
Heinz Klaus Strick
In der Zeit von 786 bis 809 regiert der Kalif Harun-Alrashid
von Bagdad aus ein Weltreich, das sich von Spanien
bis zu den Ausläufern des Himalaja erstreckt. Unter seiner
Regierung werden die Künste und die Wissenschaften gefördert; an seinem Hof entwickelt sich ein vielfältiges
kulturelles Leben. Sein Nachfolger auf dem Thron wird –
nach blutigem Machtkampf – sein jüngerer Sohn Al-Mamun.
Dieser gründet in Bagdad das "Haus der Weisheit" als
Zentrum der Wissenschaft. Dort entsteht eine umfassende
Bibliothek – vergleichbar mit der Bibliothek in Alexandria;
hier werden bedeutende Werke aus anderen Kulturkreisen
ins Arabische übersetzt, darunter auch die der griechischen
Philosophen und Mathematiker.
Zu den bedeutenden Wissenschaftlern des
"Hauses der Weisheit" gehören Abu Jafar, Mohammed Ibn Musa Al-Khwarizmi, außerdem
die Brüder Abu Jafar Muhammed (800 –
873), Ahmed (803 – 873) und Al-Hasan Ibn Musa Ibn Shakir (810 – 873) sowie Abu Yusuf Yaqub Ibn Ishaq Al-Sabbah Al-Kindi (801 –873).
Von Mohammed Al-Khwarizmi kennt man weder Geburtsort noch
genaue Lebensdaten; möglicherweise stammt seine Familie aus der
persischen Stadt Khwarizm (heute Usbekistan). Ihm verdanken wir
die Übernahme der indischen Ziffern, die seitdem als arabischindische
Ziffern bezeichnet werden. Er erkennt die Vorteile der
Dezimalschreibweise – insbesondere auch die Rolle der Null als
Platzhalter für nicht besetzte Stellen im Stellenwertsystem
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