Hirnforschung
Die Neurobiologie des Vertrauens
Ein kleines Molekül, das eigentlich dafür bekannt ist, Geburtswehen auszulösen, bestimmt wesentlich, wie offen wir für Fremde sind.
Seit einigen Jahren interessieren sich die Wissenschaftler nun dafür, wie das menschliche Gehirn darüber befindet, ob eine fremde Person vertrauenswürdig ist oder nicht. Meine Kollegen und ich konnten zeigen, dass bei diesem Vorgang ein sehr altes und kleines Molekül eine große Rolle spielt, das vom Gehirn produziert wird. Fachleute nennen es Oxytozin. Mit unseren Forschungen hoffen wir die Ursachen krankhafter Störungen im zwischenmenschlichen Bereich aufzuklären und besser behandeln zu können. Den Zusammenhang zwischen Oxytozin und Vertrauen konnte ich erst über einige Umwege aufklären. Zusammen mit Stephen Knack, Wirtschaftswissenschaftler der Forschungsgruppe für Entwicklung der Weltbank, untersuchten wir ab 1998, warum die Einstellung der Menschen untereinander innerhalb verschiedener Länder so stark variiert. Für unser Projekt entwickelten wir ein mathematisches Modell, das im jeweiligen Land die sozialen, gesetzlichen und wirtschaftlichen Aspekte berücksichtigt, die das Zutrauen beeinflussen könnten.
Dabei fiel uns auf, dass die Vertrauensstärke einer der besten bekannten Indikatoren für den Reichtum eines Landes ist: Staaten mit einem geringen Vertrauensniveau


Paul J. Zak ist Professor für Wirtschaftswissenschaften
und Gründungsdirektor
des Zentrums für
Neurowirtschaftswissenschaftliche
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