Serie Mathematik (Teil VIII)
Die mathematische Zähmung des Standardmodells
Die moderne Theorie der Elementarteilchen, die Quanten-Yang-Mills-Theorie, vermag die experimentellen Befunde mit unerhörter Genauigkeit wiederzugeben, es fehlt ihr jedoch bisher ein solides mathematisches Fundament. Über dessen Gestalt gibt es nur sehr nebelhafte Vorstellungen.
Von den sieben Millenniumsproblemen, auf deren Lösung das Clay Mathematics Institute einen Preis von jeweils einer Million Dollar ausgesetzt hat, liegen fünf in dieser Reinform vor. Nur die beiden Probleme, die ihren Ursprung in der Physik haben, sind noch nicht so ausgereift. Bei der Theorie der Navier-Stokes-Gleichungen (Spektrum der Wissenschaft 4/2009, S 78) werden bereits "wesentliche Fortschritte" prämiert, weil die Mathematiker keine hinreichend konkrete Vorstellung davon haben, wie diese Fortschritte aussehen könnten. Und beim Yang-Mills-Problem ist es noch schlimmer.
Die Aufgabe besteht aus zwei Teilen. Im ersten Schritt ist ein mathematischer Unterbau für eine Klasse von Theorien zu finden, die in der Elementarteilchenphysik viel und erfolgreich angewendet werden. Leider beruhen diese Quantenfeldtheorien in wesentlichen Teilen auf Konzepten, die mathematisch nicht definiert sind, wie zum Beispiel viele der so genannten Pfadintegrale, und liegen obendrein nur als Störungstheorien vor, das heißt nur als eine Annäherung an die "echte", noch unbekannte Theorie. Diese Theorie muss nicht nur mathematisch fundiert sein, sondern auch die experimentellen Befunde richtig wiedergeben und darüber hinaus gewisse Eigenschaften haben, welche die Physiker als unerlässlich empfinden


Christian Bär ist Professor für Geometrie
an der Universität Potsdam
und Vizepräsident der Deutschen
Mathematiker-Vereinigung. Er
forscht auf den Gebieten der Differenzialgeometrie,
Spektralgeometrie
und globalen Analysis mit
einem besonderen Fokus auf
Anwendungen
in der mathematischen
Physik. Christoph Stephan
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in
der Arbeitsgruppe von Christian Bär.
Er promovierte 2005 in theoretischer
Physik an den Universitäten
von Kiel und Marseille. Seine
Forschungsschwerpunkte liegen im
Bereich der mathematischen
Grundlagen des Standardmodells,
der nichtkommutativen Geometrie
sowie ihrer Anwendung in der
Physik.
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