Das ergaben Experimente von Forschern um Nathan Emery von der University of Cambridge (England). Demnach näherten sich die von Hand aufgezogenen Tiere hingeworfenen Leckerbissen nur zögerlich, wenn ein ihnen unbekannter Mensch seinen Blick darauf gerichtet hatte. Anscheinend betrachteten sie die fremde Person als potentiell gefährlichen Neider. Sah der Mensch dagegen weg, wandten sich die Vögel unverzüglich der Mahlzeit zu. Ferner konnten sie einen Blickwechsel oder einen Fingerzeig als Hinweis auf versteckte Nahrung deuten.
Die Forscher führen das auf die zentrale Bedeutung der Augen bei der Kommunikation der Dohlen zurück. Deshalb, so glauben sie, können die Vögel Blicken folgen. Zudem ähneln ihre Augen denen von uns Menschen: Anders als bei den meisten anderen Vögeln ist eine dunkle Pupille von einer helleren, silbrig-weißen Iris umgeben.
Im Tierreich ist das Deuten des Blicks eine außergewöhnliche Fähigkeit. Selbst unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, reagieren nicht auf die Orientierung der Augen. Dasselbe gilt für den besten Freund des Menschen, den Hund. Diese Tiere nehmen die Kopf- und Körperhaltung als Hinweis auf die Blickrichtung.
Christian Tack





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