Kosmologie
Umstrittene Dunkle Energie
Sie soll Beobachtungen erklären, die von den meisten Kosmologen als beschleunigte Expansion des Alls interpretiert werden. Doch nun kommt eine ganz andere Deutung in Frage: Unsere Galaxis liegt vielleicht inmitten einer gigantischen Leere.
Inzwischen ist ein Jahrzehnt vergangen, und die Dunkle Energie gibt noch immer so viele Rätsel auf, dass einige Kosmologen die grundlegenden Postulate, aus denen ihre Existenz gefolgert wurde, in Zweifel ziehen. Eines dieser Postulate ist das Ergebnis


Timothy Clifton und Pedro
G. Ferreira sind Kosmologen an der
University of Oxford. Sie untersuchen
die Physik des frühen Universums
und mögliche Abänderungen
von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie.
Ferreira hat ein populärwissenschaftliches
Buch über
Astronomie verfasst und unterstützt
mehrere Projekte zur Förderung der
Wissenschaftspädagogik in Afrika.
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1. Kosmologie lebt von Hypothesen
30.07.2009, Dr. Hans-Joachim Rimek, BonnDass sich beim klassischen Michelson-Versuch die Lichtgeschwindigkeit (in einem sehr kleinen Raumabschnitt) in allen Richtungen als gleich erwiesen hatte, veranlasste Einstein, dies auch für das ganze Universum und für alle Zeiten anzunehmen. Daraus folgte dann die Variabilität des Raums.
Etwas über die Lichtgeschwindigkeit vor z. B. 10 Milliarden Jahren oder in einer Entfernung von 10 Milliarden Lichtjahren zu wissen, ist unmöglich.
Einstein hat zwar die ad-hoc-Hypothese von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aufgestellt und verteidigt - er brauchte in seiner Theorie einen festen archimedischen Punkt -, er hat sich aber nie, anders als die Päpste, als unfehlbar angesehen.
Vielleicht gibt es ja doch unterschiedlich helle Supernovae. Die "riesige Leere" und die "dunkle Energie"könnte man damit in den Tolkienschen Kosmos des "ersten Zeitalters" verbannen, und unsere Kosmologen könnten sich wieder entspannen.
2. Expandieren wir mit?
05.08.2009, René Boehm, Hamburgwo kann man eigentlich „dumme Fragen“ beantwortet bekommen, die sich auf Ihre Artikel beziehen?
Beim Begriff „Expansion des Weltalls“ – wieder Thema der laufenden Nummer – kam mir die Frage in den Sinn, ob mit dem Raum auch derjenige Raum expandiert, den wir selbst einnehmen, ob wir also im gleichen Verhältnis wachsen. Ebenso dumm wäre die weitere Frage, ob auch das Urmeter, wenn es denn noch Maßstab wäre, mit expandiert. Wir würden dann unsere Expansion nicht feststellen können. Eventuell würde sich damit auch die Lichtgeschwindigkeit c im Verhältnis der Expansion erhöhen.
Ich meine mich zu erinnern, früher durch einen Artikel gelernt zu haben, dass zu unterscheiden ist, ob sich zwei Dinge nur infolge der Expansion des Raumes voneinander entfernen oder ohne diesen Effekt. Soweit die Distanzvergrößerung infolge Expansion geschieht, so habe ich das verstanden, könnte diese auch höher als mit Lichtgeschwindigkeit stattfinden.
Fragen, Fragen, und Google oder Wolfram helfen nicht – vielleicht gibt es ja bei Ihnen noch einen netten Oberlehrer.
3. Mein Universum!
10.08.2009, Dr. Roland Schmidt, BaunatalWas mich nicht so richtig befriedigt und die Autoren wohl auch nicht, ist, dass die Inhomogenität des Raums auf einer lokalen Besonderheit beruht. Wäre es da nicht sinnvoller, ganz auf die Forderung nach Homogenität von Raum und Zeit zu verzichten? Schließlich ist das beobachtbare Universum schon insofern inhomogen, als sich räumlich entfernt beobachtete Ereignisse auch zeitlich entfernt, also in der Vergangenheit ereigneten.
Vorstellbar wäre etwa ein Universum, in dem die Zeit in der Vergangenheit schneller verlief als in der Gegenwart. Wenn in einem solchen Universum ein räumlich entferntes Ereignis während einer bestimmte Dauer TG beobachtet wird, dann hatte dieses Ereignis für einen Beobachter am Ort und zur Zeit des Ereignisses ein geringere Dauer TV. Wenn man nun weiterhin am kosmologischen Prinzip festhält und fordert, dass für letzteren Beobachter zu seiner Zeit ein physikalischer Prozess genauso verlief wie für einen gegenwärtigen Beobachter, dann führt das unweigerlich dazu, dass ein heutiger Beobachter eine Rotverschiebung für Licht feststellt, das aus räumlicher Entfernung zum ihm vordringt, wobei die Ursache für diese Rotverschiebung nunmehr nicht mehr auf eine Fluchtbewegung von Galaxien zurückzuführen ist, sondern vielmehr in der Inhomogenität der Zeit begründet liegt. Denn obwohl das beobachtbare Universum letztlich aufgrund seiner eingeschränkten Beobachtbarkeit inhomogen erscheint, existiert ja doch auch noch ein Universum an sich, in dem für jeden beliebigen Ort dieselbe Gegenwart wie für den Beobachter herrscht, nur ist dieses nicht beobachtbar. Allerdings ist es vorstellbar, und zwar als homogenes Universum, darin räumlich entfernte Raumpunkte zunächst einmal nicht mit einer gegenseitigen Relativbewegung belegt werden müssen.
Andererseits ist es in einem solch inhomogenen Universum aber auch so, dass, während für den Beobachter in der Gegenwart die Eigenzeit G vergangen ist, an einem räumlich und damit auch zeitlich entfernten Ort seiner Beobachtung die größere Eigenzeit V vergangen ist, da ja die Zeit in der Vergangenheit schneller verlaufen soll als in der Gegenwart. Wenn man nun also das Alter des Universums auf welche Art auch immer mit Zeitmaßstäben der Gegenwart berechnet, dann erhält man womöglich ein endliches Ergebnis. Berücksichtigt man allerdings diese Dehnung der Eigenzeit, je weiter man in die Vergangenheit zurückdringt, dann ist je nach Beschaffenheit der zeitlichen Inhomogenität ein nicht endliches Alter möglich.
Es liegt mir nun völlig fern, an jenem Ereignis zu zweifeln, dass Urknall genannt wird. Bei diesem Ereignis handelt es ich ja nicht etwa um irgendeinen Anfang, sondern um den Anfang des Universums, und mithin auch um den Anfang von Raum und Zeit. Und da es sich nun einmal um den Anfang der Zeit handelt, sollte doch, wann immer man auf diesen Anfang zurückgeblickt, dieser in der Vergangenheit liegen. Dann erübrigt sich die Frage, was vor dem Anfang war, und der Anfang selbst ist mit räumlichen und zeitlichen Anschauungen nicht mehr fassbar. Man könnte also sagen, dass die Existenz eines Anfangs geradezu nach einer zeitlichen Inhomogenität verlangt.
Dem kosmologischen Prinzip folgend würde man nun fordern, dass jeder Beobachter zu jeder Zeit dieselbe Lichtgeschwindigkeit misst. Während am Ort des Beobachters die Eigenzeit G vergeht, erstreckt sich nun das Ereignis selbst über eine größere Eigenzeit V. Das Licht hat also am Ort und zur Zeit des Ereignisses eine größere Strecke zurückgelegt als am Ort des Beobachters während der Beobachtungszeit. Das heißt also, dass ein Beobachter in der Gegenwart Strecken im räumlich entfernten Universum zu kurz beurteilt.
In einem inhomogenen Universum können Ereignisse viel weiter entfernt sein als die gegenwärtigen Maßstäbe des Beobachters vermuten lassen. Insbesondere könnte das Universum je nach Art der Inhomogenität und bei Vermessung in „Eigenstrecken“ (Strecken, die ein Beobachter am Ort und zur Zeit des Ereignisses auch tatsächlich feststellen würde), auch unendlich ausgedehnt sein.
Die endliche Größe des beobachtbaren Universums resultiert dann letztlich daraus, dass räumlich und zeitlich entfernt wahrgenommene Ereignisse mit den Maßstäben der Gegenwart beurteilt werden und nicht mit Maßstäben, die zu ihrer Zeit Gültigkeit hatten.
Ein wie oben gedanklich vorstellbares, aber nicht beobachtbares Universum, in dem an jedem Punkt Gegenwart herrscht, wäre dann homogen und unendlich ausgedehnt, sowohl im Raum als auch in der Zeit.
4. Expansion des Universums unmöglich
31.08.2009, John Jobson, WiesbadenIch betrachte die vermeintliche Expansion des Universums, die seit 1998 zwangsläufig exponentiell "in alle Ewigkeit" sein müsste (d. h. die Hubble-Konstante ist wirklich eine Konstante), als unmöglich. Nicht nur, weil es dafür noch keine Naturgesetze gibt, sondern auch, weil die sogenannte "Dunkle Energie" auch exponentiell anwachsen müsste.
Im Sinne von Sherlock Holmes, was übrig bleibt, sind die Photonen, die ihre Energie verlieren. Meinen Berechnungen nach, mit einer Halbwertzeit von ca. 677,8 / H Milliarden Jahren, wobei H der Hubble-Konstante in den üblichen Einheiten km / s / Mpc ausgedruckt wird.
5. Das kopernikanische Universum in einem neuen Licht
03.09.2009, John Jobson, WiesbadenDazu braucht man einen Urknall, und spätestens seit 1998 nach der "Feinabstimmung" der Hubble-Konstante, sowohl ein exponentiell expandierendes Universum, als auch eine exponentiell wachsende "Dunkle Energie".
Die einfachste Altenative ist doch, die beteiligten Photonen verstrahlen ihre Energie, analog dem "Newton'schen Gesetz der Kühlung", und zwar für unsere Verhältnisse "relativ" langsam.
Wie normalerweise zu erwarten wäre, werden die Photonen auf ihrer Reise durch das All langsam kälter.
Dazu braucht man weder Urknall, noch expandierendes Universum, noch "Dunkle Energie".
Ich gehe davon aus, dass sich die vermeintliche "Lichtschwäche" der beobachteten Supernova-Ereignisse ziemlich gut mit dem kopernikanischen Prinzip vereinbaren läßt.
Die sogenannte "3K kosmische Hintergrundstrahlung" kann ich leider nur als Strahlung (äußerst) ferner Galaxien deuten. Dafür würde die Energie der von mir vermuteten (Streu-)Strahlung sich abkühlender Photonen meiner Meinung nach nicht ausreichen.
6. Energieerhaltung bei Rotverschiebung?
01.02.2010, Mirko Ogris, Ing.Nun zum Gedankenexperiment:
Wenn von einem entfernten Objekt ein Photon ausgesendet wird, dann hat es die Energie E=hf (h: Heisenbergsche Konstante). Dieses Photon trifft nun beim Beobachter rotverschoben ein. Das heißt, die Frequenz ist niedriger als zuvor und damit ist auch die Energie geringer.
Energie kann aber (innerhalb eines geschlossenen Systems) nicht vermehrt oder verringert werden.
Nun die schlichte Frage:
Wo ist die Differenz der Energie abgeblieben?
Vom Raum "absorbiert"?
Oder ist etwas an den Voraussetzungen falsch?
Da sich der Raum überall und immerfort ausdehnt, wird dadurch jede Strahlung immer rotverschoben?
"Verschwindet" dadurch die Energie am Ende doch?
Hat schon jemand diese Fragen gestellt?