Von der Fähigkeit der Lotuspflanze, Schmutz abzuweisen, haben Forscher gelernt,
die Benetzbarkeit von Oberflächen in weiten Grenzen zu variieren. Anwendungen reichen
von Stoffen, auf denen Flecken keine Chance haben, über Spiegel, die nicht
beschlagen, bis zu Badeanzügen, die nicht nass werden.
Wilhelm Barthlott von der Universität
Bonn, Entdecker und
Entwickler des Lotuseffekts,
hat eine Vision: Manhattan
reinigt sich selbst; ein kleiner Regen genügt,
um Fenster und Wände der Wolkenkratzer
blitzsauber zu waschen. Anderswo sieht er
Zelte und Markisen aus neuartigen Textilien,
die ohne menschliches Eingreifen stets picobello
bleiben. Tatsächlich gibt es schon Hemden,
Blusen, Röcke und Hosen, die Ketschup,
Senf, Rotwein und Kaffee abweisen.
Noch einen Schritt weiter gehen japanische
Forscher: Sie entwickeln selbstdesodorierende
und -desinfizierende Oberflächen, vor allem
für Bäder und Krankenhäuser. Michael Rubner
und Robert Cohen vom Massachusetts
Institute of Technology im Cambridge können
dagegen dafür sorgen, dass Spiegel im
Bad nicht mehr beschlagen. Vor allem aber
hoffen sie mit von ihnen erdachten Materialien
den Strom von Flüssigkeiten zu steuern,
die sich auf "Labors im Chip-Format"
durch mikroskopisch schmale Kanäle bewegen.
Kurzum: Bei den Oberflächenbeschichtungen
bahnt sich....