Illusion der Bewegung
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Ob Kino, Computer oder Fernsehen – die bewegten Bilder sind eigentlich gar nicht bewegt. Vielmehr handelt es sich um lauter Einzelbilder, die allein durch schnellen Wechsel den Eindruck einer Bewegung suggerieren. Denn unser Augen, besser gesagt die Lichtsinneszellen der Netzhaut, besitzen eine gewisse Trägheit und können Einzelbilder mit einer Wiederholungsfrequenz von mehr als etwa 20 Bildern pro Sekunde nicht mehr getrennt auflösen. Das Gehirn interpretiert die Veränderung des Gesehenen als Bewegung.

Entstehung der Täuschung
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Doch manchmal ist diese Interpretation schlichtweg falsch, wie eben bei jenen Kutschrädern im Western oder auch bei den Rädern des Aston Martin Vanquish V12, den James Bond in seinem neusten Streifen spazieren fährt. Schuld daran ist eine stroboskopische Täuschung. Dreht sich das Rad nämlich gerade so schnell, dass die Filmkamera immer dann ein Bild aufnimmt, wenn die Speichen des Rades die gleiche Stellung einnehmen wie bei dem Einzelbild zuvor, dann sieht es so aus, als ob das Rad stillsteht. Dreht es sich hingegen ein wenig schneller, dann erkennt man scheinbar eine sehr langsame Vorwärtsbewegung, und bei etwas geringerer Abrollgeschwindigkeit wirkt es, als liefe es rückwärts.

Stroboskopische Täuschung (1,1 MB)
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Damit beispielsweise die Räder des Vanquish V12 scheinbar stillstehen, müsste sich dieser mit einer Geschwindigkeit von etwa 13,6 Kilometern pro Stunde bewegen – oder entsprechend ganzzahligen Vielfachen davon. (Das gilt allerdings nur für Kinofilme, die mit 24 Bildern pro Sekunde gedreht werden.) Bei langsamerer Fahrt scheinen sich die Räder rückwärtszudrehen. Übrigens lassen sich solche stroboskopischen Täuschungen auch außerhalb von Film und Fernsehen beobachten: Ein Rad muss sich bloß hinter einem Lattenzaun bewegen. Auch hier wird nur in regelmäßigem zeitlichem Abstand der Blick auf das Rad gewährt, so dass ein stroboskopische Täuschung entstehen kann.