Stimmbänder
© Kevin Kavanagh
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernStimmbänder
Um es gleich vorwegzusagen: Auch heranwachsende Mädchen haben im Lauf der Pubertät einen Stimmbruch, und das wusste schon der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.). Im siebten Buch seiner "Großen Tiergeschichte" schrieb er: "Auch bei den Mädchen verändert sich in dieser Zeit [der Pubertät, Red.] die Stimme hin zu einem tieferen Klang. Obschon die Stimme der Frau im Allgemeinen höher klingt als die des Mannes, so ist die der Mädchen dennoch heller als die der älteren Frau, genauso wie die Stimme des Knaben höher ist als die des Mannes."

Der Grund für den Stimmbruch liegt in hormonellen Veränderungen, in deren Folge auch der Kehlkopf größer wird, und zwar bei Jungen um rund 40 Prozent. Dabei verlängern sich die Stimmbänder um immerhin gut einen Zentimeter, werden dicker und schwingen deshalb langsamer. Und genau wie bei einem Klavier ist der Ton umso tiefer, je dicker und länger die angeschlagene Saite ist.

Besonders folgenschwer ist dies für Chorknaben, denn mit einem Mal klingt ihre Stimme um zwölf Halbtöne oder eine Oktave tiefer. Aber auch bei Mädchen sind die Folgen des Kehlkopfwachstums deutlich hörbar – schließlich haben erwachsene Frauen zwar eine hellere Stimme als Männer, so wie kleine Mädchen piepsen sie aber nicht. Der Stimmbruch bei Mädchen ist zudem weniger abrupt als bei Jungen und fällt insgesamt schwächer aus. Ihre Stimme verändert sich allenfalls um vier Halbtöne.