Der Flüssigkeitsverlust, den eine Blutspende verursacht, lässt sich ohne Weiteres ausgleichen – wenn man entsprechend Flüssigkeit zu sich nimmt. Generell gilt die Empfehlung, nach der Blutentnahme zwischen einem halben und einem Liter zu trinken; selbstverständlich alkoholfrei. Abwarten und Tee trinken lautet also die Devise, denn unser Körper sorgt von ganz allein für den Rest.

Betrachtet man die Bestandteile des Bluts, kann man sie grob in zwei Komponenten einteilen: einen flüssigen und einen festen Anteil. Der flüssige Anteil unseres Bluts, das Blutplasma, besteht hauptsächlich aus Wasser, in dem verschiedenste Stoffe gelöst sind, darunter Proteine, Elektrolyte und Hormone. Obwohl dieser Anteil im Durchschnitt 55 Prozent des Volumens ausmacht, ist es mit dem Ausgleich des entstandenen Flüssigkeitsdefizits natürlich nicht getan. Auch die festen Blutkomponenten müssen ersetzt werden, als da wären: rote (Erythrozyten) und weiße (Leukozyten) Blutkörperchen sowie Blutplättchen (Thrombozyten).

All diese zellulären Blutbestandteile werden im Knochenmark produziert, genauer gesagt im roten Knochenmark, wo ein Vorrat an Stammzellen – Prototyp und Ausgangsmaterial aller Blutzellen zugleich – gespeichert ist. Jede Stammzelle ist in der Lage, viele Millionen Nachkommen zu bilden, und so reifen die verschiedenen Blutzellen im Knochenmark heran und werden, sobald sie funktionsfähig sind, in die Blutbahn entlassen. Eine Ausnahme bilden die Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen zählen: Einige davon benötigen noch einen Zwischenschritt und reifen erst im lymphatischen Gewebe aus.

Bei Kindern erfolgt die Blutbildung noch in nahezu allen Knochen des Körpers. Bei Erwachsenen beschränkt sie sich auf die Wirbelkörper, das Kreuzbein, die Rippen, das Becken, den Schädel sowie die körpernahen Enden von Oberschenkel- und Oberarmknochen. Nach neueren Erkenntnissen soll auch die Lunge an der Blutbildung beteiligt sein: Man vermutet, dass dort ebenfalls Blutplättchen produziert werden. Kommt es zu einem Ausfall des Knochenmarks, kann die Blutbildung übrigens sogar in Leber und Milz stattfinden.

Wie lange braucht der Körper, bis er das Blut nach einer Blutspende nachgebildet hat?

Weil reife Blutkörperchen eine begrenzte Lebensdauer haben, müssen ständig neue Blutzellen gebildet werden. Das Knochenmark muss also fortwährend Nachschub produzieren, damit das Blut seine lebenswichtigen Funktionen erfüllen kann. Auf diese Weise entstehen mehrere Milliarden Blutkörperchen pro Tag. Bei besonderen Anforderungen kann der Körper allerdings gezielt reagieren und die Zahl der produzierten Zellen erhöhen. Und wie lange dauert es nun, bis das gespendete Blut wieder nachgebildet ist?

Kommt darauf an: Wie viel Zeit es braucht, bis die einzelnen Komponenten des Bluts wieder aufgefüllt sind, ist unterschiedlich und hängt von der individuellen körperlichen Konstitution ab. Es gibt ein paar Faustregeln: Sofern man reichlich Alkoholfreies trinkt, gleicht der Körper die verlorene Flüssigkeit innerhalb von 24 Stunden aus. Das fehlende Plasmaeiweiß, die Blutplättchen und die weißen Blutkörperchen sind normalerweise binnen weniger Tage ersetzt. Bei den roten Blutkörperchen dauert es etwas länger – vor allem bei Frauen, weil sie von Natur aus einen höheren Eisenbedarf haben als Männer. Einig sind sich die Experten aber, dass der beim Blutspenden entstandene Eisenverlust nach acht Wochen ausgeglichen ist. Und so müssen acht Wochen zwischen zwei so genannten Vollblutspenden verstreichen, bei denen man alle Blutkomponenten spendet.