Bühnennebel
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Insbesondere im Herbst ist es früh morgens häufig nebelig. Denn während es tagsüber noch recht warm ist und eine Menge Wasser verdunstet, wird es über Nacht schon empfindlich kalt. Die Folge: Der Wasserdampf kondensiert zu winzigen Tröpfchen.

Und genauso funktionieren auch die meisten Maschinen zur Erzeugung von künstlichem Nebel. Sie produzieren ein so genanntes Aerosol, also Luft mit flüssigen Schwebstoffen. Für den künstlichen Nebel im Theater oder auf der Showbühne gilt es, möglichst kleine Tröpfchen zu erzeugen, denn je feiner sie sind, desto besser schweben sie.

Und dafür gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, wobei die mechanische Zerstäubung – die ähnlich funktioniert wie ein Zerstäuber für Pflanzen – weniger gebräuchlich ist, denn dabei entsteht ein schwierig kontrollierbares Nebeneinander von kleinen und größeren Tröpfchen.

Am weitesten verbreitet ist das thermische Vernebeln, welches schon von den alten Griechen zum Nebelmachen angewandt wurde. Dazu erhitzten sie Öl in einer Pfanne und brachten es auf diese Weise in den gasförmigen Zustand. Dieses "Ölgas" stieg nun auf und kondensierte an der kälteren Luft zu kleinen Tröpfchen.

Heute kommen so genannte Verdampfernebelmaschinen zum Einsatz, die ein Gemisch aus Glykogen und demineralisiertem Wasser, das so genannte Nebelfluid, erhitzen und ausstoßen. An der Luft kondensiert das Gasgemisch – genau wie das Ölgas der alten Griechen – und hüllt die Bühne in spektakulären Nebel.

Dabei saugt die Nebelmaschine das Nebelfluid an, fördert es durch das bereits vorgeheizte Heizelement und lässt es durch die Nebelaustrittsdüse austreten, wobei das Fluid nun gasförmig und rund 300 Grad Celsius heiß ist.

Mitunter werden bei der Nebelerzeugung auch andere Verfahren eingesetzt. Flüssiger Stickstoff etwa ist so kalt, dass er den Wasserdampf in Luft zu gefrieren vermag. Allerdings ist die Handhabung und Lagerung von flüssigem Stickstoff bei minus 200 Grad Celsius aufwändig und nicht ganz ungefährlich.

Kaum einfacher ist da der Umgang mit minus 70 Grad kaltem Trockeneis, also gefrorenem Kohlendioxid. Da CO2 schwerer ist als Luft, wabern die Nebel zwar besonders schön am Boden, doch wenn die Schauspieler oder Sänger zu viel davon einatmen, werden sie müde – und verzichten dann womöglich auf die Zugabe.