Pojechali! – Let’s go! – Los geht’s!

Liebe Leserin, lieber Leser,

während ich diese Zeilen schreibe, montieren die Astronauten des amerikanischen Spaceshuttles Discovery das europäische Modul Leonardo an die Internationale Raumstation. Zur gleichen Zeit kehren drei Raumfahrer – ein Chinese, ein Russe und ein Italiener – von einem zweiwöchigen Aufenthalt auf dem »Mars« zurück zu ihren Mannschaftskameraden an Bord ihres Mutterschiffs (das sich, mitsamt der simulierten Marsoberfläche, in einer Art Big-Brother-Container in der Nähe von Moskau befindet).

Von solch internationaler und friedvoller Zusammenarbeit in der Raumfahrt war die Welt vor fünfzig Jahren noch weit entfernt. Als Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch in einem Raumschiff den Erdglobus umrundete, feierte dies die Sowjetunion inmitten des Kalten Kriegs als Triumph ihrer Überlegenheit. Unter welch dramatischen Umständen dieser Flug in Wahrheit verlief, blieb viele Jahre unbekannt. Unser Autor Gerhard Kowalski, ein intimer Kenner der sowjetischrussischen Raumfahrt, schildert ab S. 32 die damaligen Geschehnisse mit dem Wissensstand von heute. Die früheren weichgespülten und von Propaganda durchtränkten Veröffentlichungen bezeichnet er unverblümt als »sozialistische Variante eines Rosamunde-Pilcher-Romans«.

Was nach Abzug der früheren ideologischen Verklärung bleibt, ist die epochale Leistung der damaligen Raumfahrtingenieure und der Wagemut Juri Gagarins. In vielen Teilen der Welt wird dem 50. Jahrestag seines Fluges gedacht – mit individuellen Veranstaltungen zur »Yuri’s Night« (www.yurisnight.de) und mit einem einwöchigen Sternen- und Musikfestival auf Teneriffa (www.starmus.com), wo Sie zahlreichen Astronauten und Kosmonauten persönlich begegnen können.

Pojechali! – los geht’s!, grüßt Ihr

Uwe Reichert