Streit um das Gehirn - Gehirn und Geist Dossier 1/2013

Die großen Debatten der Neurowissenschaften

Das ist ja alles schön und gut – aber was lernen wir daraus? Derart neugieriges Nachbohren liefert Magazinen wie unserem ihre Existenzberechtigung. Denn die Erforschung des Gehirns beginnt oft gerade da so richtig spannend zu werden, wo das pure Faktenwissen samt seiner Entstehungsgeschichte auf dem Tisch liegt und man es in einen größeren Kontext einzuordnen versucht: Wozu ist diese Erkenntnis gut? Welche Schlüsse ergeben sich aus jener Entdeckung? Dieses Dossier versammelt die wichtigsten Gehirn und Geist Artikel zu den großen Debatten der Hirnforschung und Neurophilosophie.
(11. Januar 2013)

Weitere Informationen finden Sie im Editorial des Heftes.

Abonnenten von "Gehirn und Geist" können die gedruckte Ausgabe hier zum Sonderpreis bestellen.

Inhalte dieser Ausgabe

Die 7 größten Neuromythen

 
6
Ob Psychopathenhirne, Gedankenlesen oder Neuro-Enhancement – die wichtigsten Legenden über unsere grauen Zellen auf einen Blick.

Interview: "Manche leiden am Gehirn-Übertreibungssyndrom“

 
12
Der Wissenschaftssoziologe Nikolas Rose hält den Erfolg der Hirnforschung mindestens zum Teil für das Resultat eines Etikettenschwindels.

Der Traum vom Gedankenlesen

 
16
Wie Neuroimagingexperten per Hirnscans die privaten Geheimnisse von Probanden lüften wollen.

Kommentar: Unterschätzte Komplexität

 
21
Der Neuropsychologe Frank Rösler glaubt, dass es noch lange dauern wird, bis Forscher die Maschinerie des Geistes durchschaut haben werden.

Determiniert - und trotzdem frei

 
22
Auch wenn Experimente zeigen, dass das Gehirn ohne unser bewusstes Zutun Handlungen anbahnt: An der menschlichen Willensfreiheit ändert das allein zunächst nichts, sagen Forscher.

Kommentar: Das Geheimnis der mittleren Ebene

 
28
Der Neurowissenschaftler Andreas Draguhn über die Erklärungslücke, die zwischen den Nervenzellen und der globalen Architektur des Gehirns klafft.

Wenn wir Maschinen wären

 
30
Was, wenn unter Ihrer Schädeldecke ein Uhrwerk tickte, das darüber bestimmt, was Sie tun und lassen? Ein Gedankenexperiment.

Die Freuden der Qualia

 
36
Wie eine Gruppe junger Forscher auszog, um unsere subjektiven Empfindensqualitäten – die Qualia– genauer zu ergründen.

Der Chamäleon-Effekt

 
44
Wie unterscheiden sich Hirnprozesse bei Vertretern aus verschiedenen Weltkulturen? Und was bedeutet das für die vermeintliche Universalität von Denken, Fühlen und Wahrnehmen?

Interview: "Kultur existiert zwischen Gehirnen"

 
50
Um den Menschen als Ganzen zu verstehen, genügt es nicht, die Gehirne Einzelner im Labor zu untersuchen. Denn unser Geist ist mehr als die Summe seiner biologischen Grundlagen, erklärt der Psychiater und Philosoph Thomas Fuchs.

Wo Gott wohnt

 
54
30 Jahre Neurotheologie - und noch immer ist kein Ende des Streits in Sicht: Ist religiöser Glaube nur ein "Hirngespinst", oder manifestiert sich Gott eben auch auf neuronaler Ebene?

Interview: "Auf den Kontext kommt es an"

 
59
Über Geschmack und ästhetisches Empfinden lässt sich bekanntlich wunderbar streiten. Der Neurophilosoph Georg Northoff hat die Gründe dafür erforscht.

Die Gabe der Sprache

 
62
Auf dem Feld der Neurolinguistik fallen empirische Befunde auf den fruchtbaren Boden der Theorie. So sprießen immer neue Antworten auf die Frage, wie Sprache und Denken zusammenhängen.

Viel sagende Blicke

 
68
Empathie, Mitgefühl und Nächstenliebe sind wichtige Säulen unserer sozialen Gemeinschaft. Auch Hirnforscher wissen heute, wie tief diese Neigungen im menschlichen Denkorgan verwurzelt sind.

Was es heißt zu fühlen

 
74
Gefühle lassen sich nicht nur wissenschaftlich beschreiben. Warum interpretieren trotzdem so viele Menschen ihr emotionales Innenleben als "Feuern von Neuronen"?

Zwischen Sein und Sollen

 
80
Neuerdings stellen experimentelle Philosophen ihre Argumente auch mit Labormethoden auf die Probe. Ein Forschungstrend mit Folgen.

Und wir brauchen Sie doch!

 
86
Das Konzept von Schuld und Verantwortung hat sich auch in Zeiten der Hirnforschung nicht erledigt – im Gegenteil!

Schlau auf Rezept

 
92
Vom Hirndoping versprechen sich viele Zeitgenossen mehr geistige Kapazität. Brauchen wir die künstliche Leistungsspritze?

Kommentar: Geschöpf oder Schöpfer

 
98
Ein Plädoyer wider den Drang zum Neuro-Enhancement.