Liebe Leserin, lieber Leser,

im letzten Heft hatten wir Ihnen die aktuellen, Aufsehen erregenden Nahaufnahmen des Riesenplaneten Jupiter vorgestellt, die erst wenige Tage zuvor von der Sonde Juno an die Erde übermittelt worden waren. Auch in der vorliegenden Ausgabe präsentieren wir Ihnen sensationelle Bilder einer fremden Welt. Anlass ist das Ende der Sonde Cassini, die in den letzten 13 Jahren Saturn sowie dessen Ringsystem und Monde von Nahem untersuchte. Vor 20 Jahren, mit dem Start einer Titan-Rakete am 15. Oktober 1997, hatte diese Mission ihren Anfang genommen. Nun, wenn Sie dieses Heft in Händen halten, wird Cassinis Reise zu Ende sein: Am 15. September verglühte die Sonde in der Atmosphäre des Ringplaneten. In den Wochen zuvor flog sie auf abenteuerlichem Kurs zwischen den Ringen und der Oberfläche des Planeten hindurch und lieferte uns Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive.

Ebenfalls in eine andere Welt entführt Sie unser Artikel über altägyptische Sterntafeln. Vor 4000 Jahren, im Mittleren Reich, gab man hochrangigen Verstorbenen astronomische Motive mit auf ihre letzte Reise - auf der Innenseite des Sargdeckels. Die Ägyptologen haben diese Darstellungen lange Zeit nicht beachtet. Erst die Zusammenarbeit mit Wissenschaftshistorikern und Astronomen erbrachten erste Deutungsversuche: Sternuhren sollten es sein, die den Ablauf der Nachtstunden anzeigten. Doch diese Interpretation bedarf einer Neubewertung. Glücklicherweise ist eine neue Generation von Wissenschaftlern herangewachsen, die sich trauen, die traditionellen Grenzen zwischen den Disziplinen zu überschreiten und sich fachübergreifend einer Fragestellung anzunehmen. Daraus entstehen gänzlich neue Einsichten.

Herzlichst grüßt Ihr

Uwe Reichert

Mit der Cassini-Mission befasst sich auch die ­neueste Folge "Final Countdown am Saturn – Abschied von Cassini" unserer Videoreihe AstroViews: www.spektrum.de/artikel/1497443