Explosion mit Folgen

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, warum Sie existieren? Und wem Sie diese Existenz zu verdanken haben? Nun, ihre Antwort ist sicherlich richtig. Vielleicht fallen Ihnen sogar mehrere Antworten ein. Aber haben sie dabei auch an Supernovae gedacht?

Supernovae sind gigantische Explosionen von Sternen. Innerhalb von Sekunden setzen sie so viel Energie frei wie unsere Sonne in Milliarden von Jahren. Damit strahlen sie für einige Zeit heller als die gesamte Galaxie, in der sie sich befinden. Wir Erdenbürger können froh sein, in einem recht langweiligen Spiralarm unserer Heimatgalaxie zu wohnen, in der seit Langem kein Stern als Supernova explodiert ist. Und doch: Ohne Supernovae gäbe es uns nicht.

Die grundlegenden chemischen Elemente, aus denen unser Körper aufgebaut ist, sind im Innern von Sternen durch Kernfusion entstanden. Diese Synthese funktioniert dort bis zum Eisen. Doch dieses schwere Element bleibt im Kern eines Sterns eingeschlossen. Wie kommt es aber dann in unser Blut, wo es für den lebenswichtigen Transport von Sauerstoff verantwortlich ist? Erst die Wucht, mit der Sterne als Supernovae auseinanderflogen, verteilte das Eisen im All – wo es gemeinsam mit anderen Substanzen bei der Entstehung der Erde in unserem Heimatplaneten eingelagert wurde und die Evolution des Lebens mitgestaltete.

Dies alles ist Grund genug, die Mechanismen von Supernovae zu erforschen. Die Astronomen haben inzwischen ein sehr vielschichtiges Bild von dem Ablauf solcher Explosionen und von der Art ihrer Vorgängersterne entworfen. Hans-Thomas Janka, Sylvio Klose und Friedrich Röpke berichten über den neuesten Stand (S. 30).

Herzlich grüßt Ihr

Uwe Reichert