Unbekannte Welten

Liebe Leserin, lieber Leser,

der größte Vulkan, den wir kennen, befindet sich weder im Pazifik noch sonstwo auf unserem Erdglobus. Olympus Mons – so nennen die Wissenschaftler diesen mächtigsten aller Berge nach dem mythologischen Sitz der antiken griechischen Götter – misst mehr als 500 Kilometer im Durchmesser, und er ragt über 24 Kilometer aus seinem Umland empor. Damit ist er der imposanteste, aber bei Weitem nicht der einzige interessante Berg auf unserem Nachbarplaneten Mars, der einst Lava spuckte. Wie das Beispiel auf dem Titelbild zeigt, prägte der Vulkanismus die Oberfläche des Roten Planeten ähnlich stark wie die Einschläge von Meteoriten. Manche der Feuerberge müssen noch vor zwei Millionen Jahren aktiv gewesen sein. Sind sie es gar noch heute? Was die moderne Forschung über die Vulkanlandschaft der Superlative herausgefunden hat, präsentiert Ihnen Thomas Platz ab S. 24.

In der Titelgeschichte unserer letzten Ausgabe hatte Ihnen unser Autor Gerhard Kowalski den Menschen Juri Gagarin vorgestellt, der vor genau 50 Jahren als erster Raumfahrer die Erde umkreiste. Der sowjetische Kosmonaut saß damals in einer kugelförmigen Raumkapsel von 2,30 Meter Durchmesser, die ihn in nur 108 Minuten einmal um den Erdball beförderte. Wostok – russisch für Osten – nannten die Erbauer diese bemannte Kanonenkugel. Deren Entwicklung und Einsatz verliefen so dramatisch, dass wir diesem Thema einen eigenen Artikel widmen. Der Raumfahrtexperte Harro Zimmer hat die Geschichte der Helden und der Opfer der Wostok-Flüge für Sie aufgeschrieben. Er schildert dabei so manche Episode, die jahrzehntelang geheim gehalten wurde (siehe S. 34).

Auch eine unbekannte Welt, die es zu entdecken gilt, meint grüßend Ihr

Uwe Reichert